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Stadt Solingen will Baulücken schließen

Stadtentwicklung in Solingen : Rathaus will Baulücken schließen

Weil Solingen wächst, müssen neue Wohnungen her. Mit einer „Wohnbauoffensive“ will die Stadt private Grundstückseigner mit Investoren zusammenbringen. Die Auftaktveranstaltung findet nächste Woche in Wald statt.

Was noch vor kurzer Zeit undenkbar gewesen wäre, gehört heute zur Realität. Solingen gehört wieder zu den wachsenden Städten in der Region. In den vergangenen Jahren ging die Einwohnerzahl deutlich nach oben. Und auch wenn es sich so verhält, dass die Wachstumskurve in der Zukunft eher abflachen dürfte, werden nach Zahlen der Statistiker im Jahr 2040 über 166.000 Menschen und damit etwa 3000 Einwohner mehr als 2018 in Solingen leben.

Parallel geht diese Entwicklung allerdings auch mit einem erhöhten Bedarf an Wohnungen einher. So schätzen die zuständigen Beamten im Rathaus, dass in den kommenden zwei Jahrzehnten in der Klingenstadt ungefähr 5300 zusätzliche Wohneinheiten errichtet werden. Weswegen die Stadt nun eine „Wohnbauoffensive“ starten wird, die den zu erwartenden Prozess in möglichst geordnete sowie städtebaulich sinnvolle Bahnen lenken soll.

Oberbürgermeister Tim Kurzbach und Stadtdirektor Hartmut Hoferichter stellten im Rathaus die neue „Wohnungsbauoffensive“ vor. Foto: Martin Oberpriller

Den Auftakt hierzu bildet eine Info-Veranstaltung, die am Mittwoch nächster Woche, 9. Oktober, im Stadtsaal Wald über die Bühne geht. Dann sollen die unterschiedlichen Akteure in der Zeit von 18 bis 21 Uhr an einen Tisch gebracht werden. Wobei es das vorrangige Ziel der Veranstaltung sowie das einer zeitgleich freigeschalteten neuen Internetseite vor allem darin besteht, privaten Grundstücksbesitzern eine Bebauung der freien Flächen schmackhaft zu machen.

Denn tatsächlich sind über das gesamte Solinger Stadtgebiet und sämtliche Stadtbezirke rund 65 Hektar an zumeist in privater Hand befindlichen Bauland verteilt, die aufgrund schon bestehenden Baurechts binnen relativ kurzer Fristen bebaut werden könnten und die zudem den Vorteil besitzen, keine größeren Eingriffe in die Natur notwendig zum machen. Der Grund: Die besagten Grundstücke befinden sich in ihrer Mehrheit innerhalb der bebauten Fläche, sind also Baulücken, die fortan geschlossen werden sollen.

Gleichwohl schwebt den Verantwortlichen nicht einfach ein Hochziehen neuer Häuser vor, wie Oberbürgermeister Tim Kurzbach (SPD) und Stadtdirektor Hartmut Hoferichter jetzt noch einmal betonten. „Es geht darum, mehr bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, vielfältige Wohnformen wie Mehrgenerationen-Häuser zu ermöglichen, für eine Vernetzung in den einzelnen Quartieren zu sorgen und die Flächen nachhaltig zu nutzen“, umriss der OB bei der Vorstellung der Pläne am Mittwoch im Rathaus die Ziele der Verwaltung.

Um das Projekt von Beginn an zu einem Erfolg werden zu lassen, liefen in den zurückliegenden Monaten zahlreiche vorbereitende Maßnahmen. So wurde unter Federführung von Stadtdirektor und Baudezernent Hoferichter zuletzt beispielsweise ein Kataster abgeschlossen, das dabei hilft, infrage kommende Grundstücke zu identifizieren.

Auf dieser Grundlage gelang es bereits, mehrere hundert private Grundstücksbesitzer anzusprechen. Zeigen diese Eigner Interesse, ist es möglich, die entsprechenden Daten etwa an Projektentwickler weiterzugeben. „Alles läuft selbstverständlich auf freiwilliger Basis“, versicherte Hartmut Hoferichter, der überdies auf einen weiteren Service verwies. Denn mit Hilfe der Stadt können Eigentümern auch den Wert ihrer Grundstücke einschätzen.

Kommen die Partner schließlich zusammen, steht einer schnellen Bebauung nicht mehr viel im Weg. Was indes keineswegs heißt, dass es bautechnische Schnellschüsse gibt. So werde man auf Qualität, aber auch soziale Ausgewogenheit zum Beispiel in Form von öffentlich geförderten Wohnraum achten, sagte OB Kurzbach.

Fehler wie in Nachbarstädten, wo die Preise durch die Decke gehen, gilt es zu vermeiden. „Unsere Bürger sollen weiter in ihrer Stadt bauen“, erklärte Kurzbach. Dass die „Wohnbauoffensive“ Erfolg bringt, davon zeigten sich der Oberbürgermeister und der Stadtdirektor jedenfalls überzeugt. Erste Erfahrungen verwiesen auf eine positive Resonanz der Eigentümer. Und ferner sei auch großes Interesse der Investoren zu spüren.