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Stadt Solingen verschärft Corona-Regeln wieder

Pandemie in Solingen : Stadt verschärft von Samstag an Corona-Regeln

Die Maskenpflicht wird ausgeweitet und gilt jetzt auch in geschlossenen Räumen. Die Teilnehmerzahl bei Veranstaltungen und Privatfeiern reduziert.

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen nähert sich in Solingen immer mehr dem Schwellenwert von 50 neuen Fällen auf 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen. So lag die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz am Donnerstag mit einem Wert von 48,5 nur noch knapp unter der Grenze von 50 Fällen, ab der zusätzliche Maßnahmen zu ergreifen sind.

Tatsächlich gehen die Verantwortlichen im Solinger Rathaus mittlerweile davon aus, dass es nur noch eine Frage der Zeit ist, ehe auch in Solingen die 50 erreicht ist. Das hat der zuständige Dezernent Jan Welzel (CDU) am Donnerstag auf Nachfrage bestätigt und darum bereits zuvor mit den anderen Mitgliedern im städtischen Krisenstab eine Reihe von strengeren Regeln beschlossen, die ab dem morgigen Samstag in Kraft treten werden.

So weitet die neue Allgemeinverfügung vor allem die Pflicht zum Tragen von Masken aus. Anders als bislang muss zukünftig in geschlossenen Räumen auch auf Sitzplätzen ein Mund-Nasenschutz getragen werden. Dies gilt bei Konzerten und Aufführungen, sonstigen Veranstaltungen sowie bei Versammlungen, Messen, Kongressen und Sportveranstaltungen (dort auch auf Stehplätzen).

Darüber hinaus sind Masken fortan zudem auf allen Wochenmärkten verpflichtend. Und die Stadt empfiehlt Religionsgemeinschaften, bis auf Weiteres bei Gottesdiensten und ähnlichen Versammlungen in geschlossenen Räumen eine Mund-Nasenbedeckung zu tragen.

Ferner wird die Teilnehmerzahl von Veranstaltungen sowie privaten Feiern begrenzt. „Bei öffentlichen Veranstaltungen, Konzerten und Aufführungen sind mehr als 300 Personen unzulässig“, hieß es aus dem Rathaus. Das bedeute, dass Spiel- und Wettbewerbe mit mehr Menschen nicht mehr erlaubt seien. Ausnahmen könnten nur gewährt werden, wenn die Sieben-Tage-Inzidenz am Tag vor der Veranstaltung unter 50 liege.

Für Privatfeiern gilt wiederum ab Samstag, dass höchstens noch 25 Personen anwesend sein dürfen. Überdies besteht schon ab elf Leuten die Pflicht, die veranstaltung drei Tage vorher beim Ordnungsamt anzuzeigen. Ähnliches ist auch bei Beerdigungen, Trauungen und Treffen unmittelbar vor dem Ort der Trauung zu beachten. Sobald mehr als 25 Personen teilnehmen, ist dies gleichsam zu melden.

Ferner gab die Stadt am Donnerstag die Empfehlung aus, im November auf Martinszüge und Karnevalsumzüge zu verzichten. Inweweit daraus später ein Verbot werde, hänge vom Infektionsgeschehen Anfang November ab, teilte die Stadt mit. Das Erbringen sexueller Dienstleistungen ist hingegen bereits ab Samstag untersagt.

Unklar bleibt derweil, wie lange Bürger aus Solingen noch in Schleswig-Holstein in Urlaub machen können. So hatte am Donnerstagmorgen eine Meldung für Verwirrung gesorgt, wonach Gäste aus der Klingenstadt zwischen Nord- und Ostsee nicht länger beherbergt werden dürften. Zwar verschwand diese Regelung nach Angaben der Stadt Solingen im Lauf des Tages wieder von der betreffenden Internetseite. Gleichwohl berichtete Dezernent Welzel später, die Meldung habe zunächst durchaus für „Irritation gesorgt“.

Parallel riefen Welzel und Oberbürgermeister Tim Kurzbach (SPD) die Bürger noch einmal zur Vorsicht auf. „Wir haben es mit unserem Verhalten in der Hand, wie sich das Infektionsgeschehen weiter entwickelt – und ob wir in absehbarer Zeit lockern oder aber verschärfen müssen“, sagte der OB am Donnerstag.