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Stadt Solingen präsentiert Zwischenlösung für Förderschule

Schulstreit : Zwischenlösung für die Rothstein-Schule

Vier Jahrgangsstufen werden nach den Ferien weiter am Rennpatt in Ohligs unterrichtet. damit bleibt die ungeliebte Drei-Standort-Variante bestehen. Dezernentin Becker räumt Versäumnisse ein. Kritik kommt von Eltern und CDU.

Nach den heftigen Auseinandersetzungen der vergangenen Tage um die Zukunft der Erika-Rothstein-Schule hat die Stadt Solingen jetzt zunächst einmal ein Konzept präsentiert, mit dem im kommenden Schuljahr zumindest die größte Raumnot an der Förderschule behoben werden soll. Das hat die Verwaltung am Freitag bekannt gegeben und gleichzeitig angekündigt, die Suche nach einer dauerhaften Lösung für die Kinder und Jugendlichen in den nächsten Monaten fortzusetzen.

So sieht der nun erzielte Kompromiss vor, dass die Schüler ab dem neuen Schuljahr, das im August beginnt, vorübergehend weiter an drei Standorten unterrichtet werden. Allerdings ist die zuerst favorisierte Schule Wittkuller Straße in Wald jetzt nicht mehr Bestandteil der Lösung. Stattdessen soll ein Teil Schülerschaft ab Spätsommer im Schulgebäude Rennpatt in Ohligs bleiben, das schon im zu Ende gegangenen Schuljahr als Ausweichquartier diente – und das man sich demnächst mit der Grundschule Uhlandstraße teilen wird.

Damit findet der Unterricht an der Erika-Rothstein-Schule zukünftig in den eigenen Stammgebäuden Deller Straße (Wald) und Fritz-Reuter-Straße (Höhscheid) sowie eben am Rennpatt statt. Wobei die Reaktionen der betroffenen Eltern bis auf Weiteres verhalten bleiben, haben sich die Verantwortlichen in der Stadtverwaltung aus ihrer Sicht doch allenfalls ein bisschen Luft verschafft.

Dabei bereitet vor allem die zukünftige Situation am Standort Fritz-Reuter-Straße Sorgen. Denn dort, so war am Freitag zu hören, fehlten fortan sogenannte Deeskalationsräume, die aber dringend notwendig seien, um einen geregelten Schulunterricht garantieren zu können.

Im Rathaus herrschte derweil eine gewisse Erleichterung über den erzielten Kompromiss. So dankte Schuldezernentin Dagmar Becker (Grüne) allen Beteiligten und drückte parallel ihr Bedauern aus, dass „nicht frühzeitiger über die Raumsituation sowie weitere Perspektiven und Lösungen mit der Schule gesprochen“ worden sei.

Genau solche Perspektiven sollen nun jedoch zügig erarbeitet werden. Dabei werden die Förderschulen verstärkt in den Fokus rücken. So gebe es bereits den Plan für einen „Expertendialog“, der einzig und allein wegen der aktuellen Corona-Krise noch nicht umgesetzt worden sei, hieß es am Freitag aus der Verwaltung.

„Es steht außer Frage, dass die Kinder und Jugendlichen, aber auch das Lehrpersonal, unserer Beachtung und Fürsorge bedürfen“, sagte die Leiterin der Schulverwaltung, Anke Svensson. Inzwischen gebe es verstärkt den Wunsch von Eltern, ihre Kinder an Förderschulen unterrichten zu lassen. Insgesamt steige der Förderbedarf – auch an Schulen des Gemeinsamen Lernens. „Wir brauchen klare Entwicklungsrichtlinien, um die Förderschulen langfristig aufzustellen“, betonte Dezernentin Becker, die in diesem Zuammenhang auf die Schulentwicklungsplanung verwies.

Kritik kam hingegen von der CDU. In einer ebenfalls am Freitag veröffentlichten Erklärung sprach der schulpolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Torsten Küster, von einer allenfalls „unbefriedigenden Notlösung“ für die Rothstein-Schule. Denn jetzt sei auch noch die Grundschule Uhlandstraße mit Problemen konfrontiert. Das werfe Fragen auf – etwa warum die Probleme „urplötzlich“ bekannt geworden und Politik sowie Betroffene nicht viel früher informiert worden seien.