Stadt Solingen plant Neustart bei Omega-Gelände

Innenstadt-Entwicklung : Omega-Areal – Stadt nimmt neuen Anlauf

Seit Jahren existieren Pläne, auf dem Filet- Grundstück in der City ein neues Quartier mit Wohnen sowie Gewerbe zu bauen. Jetzt soll die neue Stadtentwicklungsgesellschaft für den nötigen Schwung sorgen.

Als im Dezember 2016 die ersten konkreten Pläne für eine Neugestaltung des Omega-Areals am südlichen Rand der Solinger Innenstadt präsentiert wurden, waren die Erwartungen riesig. Auf dem Grundstück und dem benachbarten Kieserling-Gelände zwischen der Kölner Straße sowie der Straße Birkenweiher sollte ein in Gänze neues Stadtquartier entstehen. Doch obwohl seitdem rund drei Jahre ins Land gezogen sind, verharrt das innerstädtische „Filetstück“ nach wie vor in einer Art baulichem Dornröschenschlaf.

Wobei die Verantwortlichen im Solinger Rathaus mittlerweile recht zuversichtlich sind, endlich den sprichwörtlichen Prinzen gefunden zu haben, der die momentane Brache in nicht allzu ferner Zukunft endlich wachküssen könnte. Denn mit der in Gründung befindlichen Stadtentwicklungsgesellschaft (SEG) glauben die zuständigen Stellen der Verwaltung nunmehr eine Konstruktion gefunden zu haben, die dem Omega-Areal, aber auch anderen Teilen der Innenstadt neues Leben einzuhauchen  im Stande wäre.

Das geht aus dem Programm der Stadtentwicklungsgesellschaft Solingen GmbH  Co. & KG für das Jahr 2020 hervor, das bei den nächsten Sitzungen des Planungsausschusses und des Stadtrates in der kommenden Woche beziehungsweise Anfang Dezember auf den Weg gebracht werden soll. Und in dem unter anderem festgeschrieben steht, dass der Projektstart zum Omega-Quartier tunlichst in ersten Halbjahr 2020 erfolgt.

Dabei sind die Aufgaben für die neue SEG klar umrissen. So hat die Gesellschaft „Gespräche mit den Eigentümern“ des Kieserling-Geländes – also mit der Firma Evertz – aufzunehmen und darüber hinaus mit der Wirtschaftsförderung „bezüglich einer möglichen Übernahme des Geländes Ecke Birkenweiher / Kölner Straße in die SEG“ zu verhandeln.

Augenblicklich werden Teile der alten Kieserling-Bebauung an der Straße Birkenweiher vor allem gewerblich genutzt. Foto: Martin Oberpriller

Im Klartext: Sollte es am Ende notwendig erscheinen, könnte die Stadtentwicklungsgesellschaft das der Wirtschaftsförderung gehörende Omega-Areal kaufen, damit die Entwicklung der Gesamtfläche nach vorne gebracht wird. Denn bislang blieben alle Versuche, einzelne Projektentwickler respektive Investoren für das Projekt zu gewinnen, ohne Erfolg. Weswegen fortan im Rahmen der SEG auszuloten wäre, inwieweit eben jene Interessenten für ein gemeinsames Vorgehen bereit stünden.

„Es geht also nicht darum, einen Neustart zu machen“, sagte Stadtdirektor Hartmut Hoferichter in dieser Woche in seiner Funktion als Planungsdezernent. Wohl aber sei es das Anliegen der Stadtverwaltung, dass in absehbarer Zeit mit der Bebauung begonnen werde, die nach den weiterhin gültigen Rahmenbedingungen von 2016 einen Mix aus Wohnen und Gewerbe beinhalten wird.

Parallel wollte sich der Stadtdirektor noch nicht auf einen konkreten Zeitplan festlegen, derweil der neue Anlauf in Teilen der Solinger Politik durchaus mit Wohlwollen zur Kenntnis genommen wurde. „Wir besitzen mit dem Omega-Gelände mitten in unserer Innenstadt eine Fläche, die ideal ist“, betonte jetzt beispielsweise der Vorsitzende des Planungsausschusses, Bernd Krebs (CDU), der gegenüber unserer Redaktion gleichzeitig aber auch aufs Tempo drückte. Krebs: „Es muss endlich losgehen.“