Tempokontrollen in Solingen Stadt nimmt fast 3,5 Millionen Euro mit Blitzern ein

Solingen · Der Rekord vom vergangenen Jahr wurde nicht geknackt. Dennoch sind die Einnahmen auf hohem Niveau und übertreffen noch die der Vergnügungs- und der Hundesteuer. Woran das liegt.

 Die Stadt Solingen verfügt über drei sogenannte Trailer. Sie blitzten 2023 bei fast 53.000 Temposündern.

Die Stadt Solingen verfügt über drei sogenannte Trailer. Sie blitzten 2023 bei fast 53.000 Temposündern.

Foto: Alexandra Rüttgen

Solingens Blitzer haben der Klingenstadt im vergangenen Jahr Einnahmen im Wert von 3.490.653 Millionen Euro beschert. Damit wurde der Rekord vom vorvergangenen Jahr in Höhe von mehr als 3,57 Millionen Euro nicht geknackt. Dennoch befinden sich die Bußgeldeinnahmen weiterhin auf sehr hohem Niveau.

Zum Vergleich: Die Einnahmen aus der Vergnügungssteuer betragen in Solingen 1,9 Millionen Euro, die der Hundesteuer bei 1,7 Millionen Euro. Über ihre Blitzer nimmt die Stadt Solingen also mehr als doppelt so viel ein wie über die Hundesteuer. Das ergibt sich jetzt aus Zahlen der Stadtverwaltung, die diese auf gleich mehrere zeitgleiche Nachfragen von Solinger Medien veröffentlichte. Zugleich aber ist die Zahl der Fälle gesunken: Waren es 2022 noch 94.253, so ist ihre Zahl 2023 auf 90.123 gesunken.

Dass die Stadt Solingen dennoch höhere Einnahmen generierte, liegt daran, dass die Höhe der Bußgelder gestiegen ist. So zahlt derjenige, der innerorts bis zu zehn Stundenkilometer zu schnell ist, mittlerweile 30 Euro. Bei elf bis 15 Stundenkilometern zu viel sind es 50 Euro, bei 16 bis 20 Stundenkilometern zu viel 70 Euro. Wer zwischen 21 und 25 Stundenkilometer zu schnell ist, zahlt 115 Euro plus Gebühren und erhält einen Punkt in Flensburg. Hinzu kommen ab höheren Verwarnbeträgen kommunale Auslagen und Gebühren im Wert von 28,50 Euro.

Besonders hart dürfte die Bestrafung eines Motorradfahrers ausfallen, der im vergangenen Jahr mit 175 Stundenkilometern durchs Solinger Stadtgebiet raste, wo nur 50 erlaubt waren: Ihm drohen 800 Euro Bußgeld, drei Monate Fahrverbot und zwei Punkte in Flensburg. Besonders leichtsinnig, so berichtet Stadtsprecherin Sabine Rische: Der Fahrer war mit diesem hohen Tempo ohne Schutzkleidung unterwegs.

Im Solinger Stadtgebiet wird die Geschwindigkeit an rund 180 Gefahrenstellen kontrolliert. Einen großen Beitrag haben mit 1.869.187 Euro die so genannten „semi-stationären Anhänger“ oder „Trailer“ geliefert. Das sind Geräte, die unauffällig wie ein Anhänger aussehen und mit Nummernschild ausgestattet sind. Davon hat die Stadt Solingen derzeit drei geleast. Sie ertappten im vergangenen Jahr 52.959 Temposünder, fast 6000 mehr als im vorvergangenen Jahr. Und auch die Bußgeldeinnahmen sind dank dieser Geräte um etwas mehr als 105.000 Euro gestiegen.

Die Anschaffung eines weiteren Trailers sei indes nicht geplant, heißt es von der Stadtverwaltung – auch wenn derzeit im Gespräch ist, das Tempo auf Solinger Straßen von 50 auf 40 zu reduzieren. Die über Radarwagen erzeugten Bußgeldeinnahmen sind hingegen gesunken: Waren es 2022 1.600.646 Euro in 43.937 Fällen, so sind es 2023 genau 1.244.609 Euro in 35.278 Fällen gewesen.

Auch die Bußgeldeinnahmen, die über die Geschwindigkeitsüberwachung an der Kreuzung Werwolf entstanden, sind zwei Jahre nach ihrer Inbetriebnahme gesunken: Waren es 2022 noch 1819 Fälle, die 58.754 Euro in die städtische Kasse spülten, so sind es 2023 nur noch 30.393 Euro in 1045 Fällen. Den eigentlichen Sinn einer Geschwindigkeitsüberwachungsanlage, das Herbeiführen einer Verhaltensänderung, hat also zumindest diese Einrichtung erfüllt. Anderswo indes nicht: Besonders auffällig sind laut Stadtverwaltung die Messpunkte Schmitz-Lenders-Weg, Schützenstraße, Ufergarten, Kohlfurther Straße, Schwarze Pfähle, Neuenkamper Straße, Obere Hildener Straße, Wermelskirchener Straße und Eschbachstraße.

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