Stadt Solingen baut neue Brücke nach Leichlingen

Wupperbrücke Nesselrath : Behelfsbrücke soll Nadelöhr beseitigen

Die Leidenszeit für Autofahrer nähert sich ihrem Ende. Die Arbeiten für die neue Behelfsbrücke über die Wupper von und nach Leichlingen laufen. Endgültige Entwarnung gibt es erst im Jahr 2021, wenn der dauerhafte Neubau steht.

Es ist eine der wichtigsten Investitionen der vergangenen Jahre – und dementsprechend hoch sind die Erwartungen, die die Verantwortlichen im Solinger Rathaus mit dem Projekt verbinden. Seit einigen Tagen laufen an der Leichlinger Straße zwischen Haasenmühle sowie Nesselrath die Arbeiten für die neue Brücke über die Wupper, die später einmal die Verkehrsprobleme auf dem Weg nach Leichlingen beseitigen soll.

Rund 1,8 Millionen Euro werden in den kommenden Jahren am Wupperufer verbaut. 60 Prozent davon übernimmt das Land NRW, der Rest wird zu jeweils gleich großen Teilen von der Stadt Solingen sowie dem Rheinisch-Bergischen Kreis geschultert. Wobei der eigentliche Neubau noch eine ganze Weile auf sich warten lassen dürfte. Die zukünftige Brücke Nesselrath wird voraussichtlich erst im Jahr 2021 fertiggestellt sein. Was wiederum zur Folge hat, dass nun zunächst eine sogenannte Behelfsbrücke hochgezogen wird.

Eine Maßnahme, von der sich die Beamten im zuständigen Stadtdienst Planung, Mobilität, Denkmalpflege eine Menge erwarten. Denn wie eine Rathaus-Sprecherin nun noch einmal betonte, gehören die Zeiten der Einspurigkeit und der damit verbundenen Wartezeiten vor der alten Brücke ab Ende 2018 der Vergangenheit an. „Wir gehen momentan davon aus, dass die Behelfsbrücke pünktlich im vierten Quartal dieses Jahres eröffnet werden kann“, hieß es in dieser Woche auf Nachfrage unserer Redaktion aus der Stadtverwaltung.

Derzeit dürfen nur Fahrzeug unter 3,5 Tonnen die Wupperbrücke einspurig passieren. Foto: Guido Radtke

Darüber hinaus kann die Buslinie 250 ebenfalls wieder ihre eigentliche Route über Nesselrath benutzen. Nachdem nämlich 2017 an der alten Brücke große Schäden festgestellt worden waren, hatten die schweren Fahrzeuge auf eine Alternativstrecke über Rupelrath ausweichen müssen – und durften auch nicht mehr zurückkehren, als das marode Brückenbauwerk im August vergangenen Jahres zumindest ein Teilfreigabe für Autos bis 3,5 Tonnen erhielt.

Bevor jedoch an der Wupperquerung die Normalität wieder Einzug hält, gilt es zunächst, jede Menge Arbeiten zu erledigen. „In der nächsten Woche beginnen die vorbereitenden Maßnahmen für die Zufahrtsrampe der Behelfsbrücke“, schilderte die Stadtsprecherin die jetzt anstehenden Schritte. Und danach starten die Arbeiten der Unterkonstruktion. Denn erst wenn all dies erledigt ist, ist es möglich, den vorläufigen Ersatzbau – in direkter Nachbarschaft zur heutigen Brücke – an einem Stück in seine Position zu heben.

Mit der Errichtung des eigentlichen Neubaus am alten Standort wird für das Frühjahr 2019 gerechnet. Die Arbeiten sollen losgehen, sobald die alte Brücke beseitigt ist. Die Bauzeit beträgt etwa 24 Monate. Wie schon für die Behelfsbrücke wird eine Reihe begleitender Maßnahmen notwendig sein. Unter anderem gilt es, auf Solinger Seite den Straßenanschluss anzupassen. Was die Autofahrer auf der Behelfsbrücke indes kaum tangieren dürfte. „Diese wird die Verkehrssituation deutlich verbessern“, zeigte sich Stadtdirektor Hartmut Hoferichter zuletzt optimistisch.