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Solingen: Stadt ist ein modernes Leitsystem zu teuer

Solingen : Stadt ist ein modernes Leitsystem zu teuer

Mit einem Sofortprogramm will das Rathaus die City-Staus in den Griff bekommen. Jetzt wurden einige Schritte verabredet. Dynamische Tafeln, die Autofahrer zu Parkhäusern lotsen, sind aber nicht dabei.

Die Adventszeit steht vor der Tür — und die Stadt will in der City nicht noch einmal eine böse Überraschung erleben. Um ein Verkehrschaos wie bei der Hofgarten-Eröffnung zu verhindern, planen die Verantwortlichen im Rathaus für die nächsten Wochen einige Gegenmaßnahmen.

So wurde jetzt bei einem eigens anberaumten Krisentreffen von Stadt, Polizei und Verkehrsbetrieben vereinbart, unter anderem die Schilder des vorhandenen Parkleitsystems an den Einfallstraßen zur Innenstadt farblich zu verändern. Darüber hinaus soll an den langen Samstagen vor Weihnachten die Mummstraße in Notfällen ab dem Kreisverkehr erneut gesperrt werden.

Ein modernes elektronisches Parkleitsystem, wie es in anderen Städten üblich ist, wird in Solingen hingegen nicht kommen. "Das ist zu teuer", sagte eine Rathaussprecherin am Donnerstag. Sie schätzte die Kosten für ein solches dynamisches System auf mehrere hunderttausend Euro.

Dabei sind die Erfahrungen mit den Anlagen, die stets aktuell die Belegung der Parkhäuser anzeigen, anderswo durchaus positiv. In Remscheid gibt es ein solches System bereits seit 1995. Neun von zehn City-Parkhäusern sind angeschlossen — was vor allem an den Hauptverkaufstagen zu einer Entlastung führt.

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"So sehen die Autofahrer immer, wo Stellplätze frei sind", sagte gestern beispielsweise eine Frau, die häufig in Remscheid einkauft. Und auch die Verwaltung der Nachbarstadt ist zufrieden. Mit Hilfe des elektronischen Systems könnten die Verkehrsströme besser gelenkt werden, hieß es aus dem Remscheider Rathaus.

Dagegen setzt man in Solingen auch in Zukunft auf konventionelle, vor allem jedoch preiswerte Lösungen. Sogar "menschliche Leitsysteme" könnten im Kampf gegen das Chaos zum Einsatz kommen. So sei es denkbar, zu Stoßzeiten bei einem belegten Hofgarten-Parkhaus mehrere Einweiser einzusetzen, die die Autofahrer dann zu anderen Parkhäusern lotsen würden, teilte die Stadt mit.

Weiter malten bereits gestern Rathaus-Mitarbeiter am Ohliger Tor vor dem Einkaufscenter mit roter Farbe einen neuen Fußgängerüberweg auf die Kölner Straße. Und die Hofgarten-Betreiber selbst sollen, geht es nach der Stadt, ebenfalls einen Beitrag zur Entschärfung der Lage leisten.

Die Hoffnung: Würde das Center auf seiner Internetseite die Parkhausanschrift Weyersberger Straße besser hervorheben, würden auswärtige Besucher von ihren Navigationsgeräten direkt zum Hofgarten-Parkhaus geführt. Zurzeit erscheint auf der Seite noch die Kölner Straße 99 als Adresse des Einkaufszentrums — was zur Folge hatte, dass nach der Eröffnung viele Gäste zwar vor dem Hofgarten, aber auch mitten im Stau landeten.

Ein Umstand, der zuletzt vor allem den Busfahrern zu schaffen machte, die mit ihren Fahrzeugen genauso wie die anderen Autos steckenblieben. Die Verkehrsbetriebe begrüßten den Vorschlag dementsprechend gestern. "Die neue Navi-Adresse würde helfen", sagte eine Sprecherin. Zusätzlich regte sie — wie die Stadt — an, die Solinger selbst sollten vor Weihnachten möglichst mit Bussen in die City kommen.

(RP)