Solingen: Stadt bereitet sich auf den ersten Schnee vor

Solingen : Stadt bereitet sich auf den ersten Schnee vor

Das Sturmtief "Xaver" machte zumindest gestern einen Bogen um Solingen. Entwarnung gibt es aber nicht. Denn mit "Xaver" dringt arktische Luft vor. Die Straßen könnten schon heute Morgen glatt sein.

Das Orkantief "Xaver" hat gestern in Solingen kaum große Schäden angerichtet. Feuerwehr und Polizei mussten nur zu wenigen Einsätzen ausrücken. In der Spitze fegte "Xaver" zwar mit bis zu 85 Stundenkilometern über die Stadt. Aber im Vergleich zu anderen Landesteilen verlief der Sturm eher glimpflich.

Foto: Deutscher Wetterdienst

Bis zum Abend meldeten die Leitstellen von Feuerwehr und Polizei lediglich einige umgekippte Schilder. Gegen kurz nach 20 Uhr krachte darüber hinaus die Leuchtreklame eines Restaurants am Neumarkt nach einer heftigen Böe zu Boden und verfehlte einen Passanten knapp.

Markus Scharkowski wechselte gestern viele Reifen. Foto: Köhlen, Stephan (TEPH)

Doch trotz der lange Zeit entspannten Lage wurde der Wetterbericht am Donnerstag auch in Solingen genau beobachtet. Der Grund: Für das Wochenende haben die Meteorologen den ersten Kälteeinbruch dieses Winters angekündigt, da "Xaver" arktische Luft ins Bergische transportiert.

"Wir haben große Rufbereitschaft", sagte Alexander Herpich von den Technischen Betrieben Solingen (TBS). Das bedeutete, dass die rund 160 Mitarbeiter des städtischen Winterdienstes gestern zwar pünktlich um 14 Uhr Feierabend machten. Danach waren sie aber ständig über Telefon erreichbar, um gegebenenfalls bis 22 Uhr ausrücken zu können.

Heute Morgen hielten sich die Männer dann ab vier Uhr erneut bereit. "Wir rechnen damit, dass es in der Nacht Niederschläge gibt, die in Schnee übergehen", begründete Alexander Herpich die Vorsichtsmaßnahmen, wobei der Höhepunkt der ersten Kältewelle dieses Winters in der Nacht auf Samstag erwartet wird.

In den frühen Morgenstunden werden die Temperaturen dann unter den Gefrierpunkt fallen, so dass es bei anhaltenden Niederschlägen sowie überfrierender Nässe auf den Straßen gefährlich glatt werden kann. Erst für Sonntag sind wieder steigende Temperaturen angekündigt.

"Wir sind auf jeden Fall vorbereitet", sagte Alexander Herpich. So lagerten er und seine Kollegen bei den Technischen Betriebe in den zurückliegenden Wochen und Monaten große Vorräte an Streusalz ein, die im Notfall sogar noch aufgefüllt werden können.

Augenblicklich verfügen die TBS über fast 1300 Tonnen Salz. Nach Einschätzung der städtischen Experten müsste diese Menge eigentlich ausreichen. Doch auch wenn der Winter in diesem Jahr extrem hart ausfiele wie etwa 2010/11 und alle Vorräte vor dem Frühjahr aufgebraucht würden, wäre es möglich, nachzuordern.

Beispielsweise stehen der Stadt Solingen allein aus der nationalen Salzreserve weitere 500 Tonnen zu. Und darüber hinaus wären die Technischen Betriebe jederzeit in der Lage, aus anderen Quellen ebenfalls neue Salzvorräte zu beziehen.

Während die Stadt also gewappnet ist, galt dies gestern für die Autofahrer nur bedingt. Viele Solinger bemühten sich in den Werkstätten, einen Termin für den Wechsel auf Winterreifen zu ergattern. "Es ist viel los", sagte zum Beispiel Markus Scharkowski, der am Donnerstag bei BMW Pro Car am Frankfurter Damm in Wald förmlich im Akkord arbeitete.

Autofahrer, die bei Schnee und Glätte unterwegs sind, müssen seit einiger Zeit Winterreifen aufgezogen haben. Wer auf winterlichen Straßen ohne eine entsprechende Bereifung erwischt wird, riskiert ein Bußgeld. Und bei einem Unfall wäre sogar der Versicherungsschutz in Gefahr.

(RP)