Solingen: Stadt baut Klingenhalle für Erste Liga aus

Solingen: Stadt baut Klingenhalle für Erste Liga aus

Für 60 000 Euro werden auf der Gegengeraden 200 zusätzliche Sitzplätze montiert. Bis zum Saisonstart des Bundesliga-Aufsteigers Bergischer HC Mitte August soll der Umbau abgeschlossen sein. Die Stadt erfüllt so Auflagen des Verbandes.

Sportlich ist das große Ziel erreicht. Doch nachdem die Handballer des Bergischen HC in der vergangenen Woche die Rückkehr in die Erste Bundesliga schafften, gehen nun die Arbeiten an anderen Stellen weiter. "In den kommenden Wochen werden wir neue Partner suchen. Das steht in unserem Fokus", sagte am Montag BHC-Geschäftsführer Jörg Föste.

Foto: Eisenhuth

Sein Plan ist es, die Profis des Fusionsclubs aus Solingen sowie Wuppertal dauerhaft im Oberhaus des deutschen Handballs zu etablieren. Dafür müssen aber nicht allein die sportlichen und wirtschaftlichen Voraussetzungen stimmen. Um in der Liga mithalten zu können, die als stärkste der Welt gilt, braucht der Verein auch eine erstligataugliche Spielstätte. Zumindest an Solingen soll dies — kurzfristig — nicht scheitern. Die Stadt wird in den nächsten Monaten ungefähr 60 000 Euro in den Ausbau der Klingenhalle stecken.

Auf der Gegengeraden sollen unterhalb der bestehenden Balkone rund 200 zusätzliche Sitzplätze entstehen. Bezahlt wird die Maßnahme nach einem Beschluss des Sportausschusses aus Mitteln der städtischen Sportpauschale. Ausschuss-Vorsitzender Ernst Lauterjung (SPD) zeigte sich am Montag zuversichtlich, dass die neue Tribüne bis zum Start in die kommende Saison Mitte August fertig ist. Man setze alles daran, die Auflagen des Handball-Verbandes zu erfüllen, so Lauterjung.

Im Solinger Rathaus ist man ebenfalls optimistisch, den Umbau rechtzeitig zu bewerkstelligen. "Mit den Planungen sind wir knapp vor dem Abschluss", sagte eine Sprecherin der Stadt. Und auch die Vereinbarung mit dem Club über die Anzahl der Spiele in Solingen stehe kurz vor der Unterzeichnung, so die Sprecherin.

  • Fotos : Bergischer HC macht den Aufstieg perfekt

Mindestens sieben der insgesamt 17 Erstliga-Partien müssten demnach in Solingen ausgetragen werden. Dabei erscheint es durchaus denkbar, dass die Solinger Fans vor allem zu Beginn der kommenden Spielzeit in den Genuss von Bundesliga-Duellen in der Klingenhalle kommen. Denn die zweite Spielstätte des BHC, die Wuppertaler Uni-Halle, muss ebenfalls modernisiert werden. Dort gilt es, den Brandschutz zu verbessern. Doch diese Maßnahme wird wohl erst im Oktober beendet sein, wie es gestern aus dem Wuppertaler Rathaus hieß.

Die Klingenhalle wird nach der Modernisierung 2800 Zuschauern Platz bieten. In Wuppertal können 3300 Fans die Partien verfolgen. Ob beides auf Dauer ausreicht, ist zweifelhaft. Denn Experten glauben, dass zumindest bei Spitzenspielen bis zu 5000 Zuschauer mobilisiert werden können.

Deshalb gibt es in Wuppertal Überlegungen, mittelfristig eine neue Halle mit einem solchen Fassungsvermögen zu bauen. Demnächst werden Gespräche mit der Bergischen Universität, der die heutige Halle gehört, geführt. Die Verhandlungen sollen bis Oktober ein Ergebnis bringen, so die Stadt Wuppertal. Beim BHC selbst sieht man das Hallen-Thema indes nüchtern. "Wir beschäftigen uns nur mit Dingen, die in unserer Macht stehen", sagte Geschäftsführer Föste.

(RP/ac)
Mehr von RP ONLINE