Stadion-Abriss könnte im Februar starten

Solingen: Stadion-Abriss könnte im Februar starten

Der Abbruch der Arena am Hermann-Löns-Weg ist eventuell nur noch eine Frage weniger Wochen. Der Baubeginn für die Wohnbebauung auf dem Areal könnte dann vor den Sommerferien erfolgen. Der Investor steht in den Startlöchern.

Die Tage des alten Union-Stadions in Ohligs sind endgültig gezählt - und auf dem Gelände der traditionsreichen Arena dürften bald schon die Bagger den sprichwörtlichen Ton angeben. Denn wie die Stadt am Freitag auf Anfrage unserer Redaktion bestätigte, steht der Abriss des ehemaligen Zweitliga-Stadions in wohl nicht allzu langer Zeit bevor.

Auf dem Areal am Hermann-Löns-Weg sollen insgesamt 52 Häuser mit in der Summe 105 neuen Wohneinheiten entstehen, die von der Kölner BPD Immobilienentwicklung bereits seit dem vergangenen Herbst vermarktet werden. Zuvor jedoch muss das mittlerweile vollkommen verwilderte Stadion weichen, wobei die Verantwortlichen im Rathaus damit rechnen, dass bis zum Beginn der Abbrucharbeiten möglicherweise noch einige wenigen Wochen ins Land ziehen werden.

"Vorbereitende Maßnahmen wie der Abriss und teilweise Rodungen können im Februar erfolgen", sagte jetzt ein Sprecher der Stadt, der betonte, die dazu notwendige Genehmigung seitens der Verwaltung sei "vorbereitet". Die abschließende Entscheidung darüber, wann genau die alte Tribüne sowie die vier markanten Flutlichtmasten fielen, liege aber in der Verantwortung des Investors.

Tatsächlich geht die Stadt Solingen nach dem momentanen Planungsstand davon aus, dass der eigentliche Startschuss für den Bau der zukünftigen Wohnhäuser dann "vor den Sommerferien" erfolgen könnte. Indes sei im Zuge dieses "großen und komplexen Projektes", bei dem bislang keinerlei Probleme aufgetreten seien, nach wie vor "sehr viel aufwendige Detailarbeit notwendig", hieß es gestern aus dem Rathaus.

Abriss, Rodung, Hochbau, Straßenbau, Entwässerung, Bodenmanagement - gleich für mehrere Bereiche müssen Planungen erstellt sowie Begutachtungen eingeholt werden. Und zudem steht auch noch die Inkraftsetzung des als Satzung durch den Rat beschlossenen Bebauungsplans an, was allerdings nicht im Zuständigkeitsbereich der Stadt liegt.

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Vielmehr ist hierfür das NRW-Bauministerium verantwortlich, das den vom Regionalrat ebenfalls bereits verabschiedeten Regionalplan zurzeit prüft und anschließend für wirksam erklären muss. Im Rathaus erwartet man dies im Frühjahr, "so dass die im Zusammenhang mit dem Bebauungsplan stehende Flächennutzungsplanänderung im Anschluss genehmigt werden und der Bebauungsplan in Kraft treten kann".

"Wir stehen jedenfalls Gewehr bei Fuß und hoffen inständig darauf, dass es schnell geht", teilte derweil Investor BPD Immobilienentwicklung mit. Man warte nur noch auf das Okay des Landes, um loszulegen. Inzwischen hätten sich etliche Bewerber registrieren lassen, die als erste beim Verkauf der Wohnungen beziehungsweise Häuser zum Zuge kämen. Alle jetzt noch nötigen Schritte würden dementsprechend umgehend in die Wege geleitet, sobald der Bebauungsplan in trockenen Tüchern ist.

Was wiederum auch Kämmerer Ralf Weeke interessieren dürfte. Denn der Kaufpreis von 2,7 Millionen Euro für das Stadion-Grundstück wird erst fließen, wenn der Bebauungsplan rechtsgültig ist. Dabei ist Weeke aber nicht der einzige, der diesem Zeitpunkt entgegenfiebert. Die Fußballer des OFC Solingen sind nämlich mindestens genauso betroffen.

Sie nutzen augenblicklich noch den Kunstrasenplatz neben dem Stadion, der ebenfalls den neuen Häusern weichen wird. Und auch wenn die Stadt am Freitag unterstrich, Ziel sei es, dem OFC bis zum Ende der Saison 2017/18 seine angestammte Heimat zu lassen, müssen sich die Kicker spätestens danach doch auf "Zwischenlösungen" einstellen, die wohl mit vorübergehenden Einschränkungen verbunden sind.

Der Hintergrund: Als Ersatz für den Platz am alten Union-Stadion ist eine neue Kunstrasenfläche im Josefstal in Aufderhöhe vorgesehen, die allerdings erst später kommen wird. "Der Beginn der Bauarbeiten wird im Laufe des Jahres 2018 erwartet", sagte der Sprecher der Stadt, der am Freitag parallel versicherte, die Verwaltung werde in Sachen Josefstal "frühzeitig informieren" und stehe mit den betroffenen Vereinen am Hermann-Löns-Weg überdies in einem regelmäßigen Kontakt.

(or)
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