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Solingen: Stabwechsel im Ittertal

Solingen : Stabwechsel im Ittertal

Nach zehn Jahren gibt Bernd Reinzhagen den Vorsitz des Fördervereins Ittertal ab. Ihm folgt mit Hartmut Lemmer ein weiterer Walder.

Der Förderverein der Freizeitanlage Ittertal wird fortan mit einer neuen Führung in die Zukunft gehen. Nachdem der bisherige Vorsitzende Bernd Reinzhagen bereits vor Jahresfrist angekündigt hatte, nach fast zehn Jahren an der Spitze des Vereins ab 2018 nicht mehr zur Verfügung zu stehen, soll nun Hartmut Lemmer die Geschicke des Freibades mit angeschlossener Eisbahn sowie Beachanlage übernehmen.

Das haben die Mitglieder des Fördervereins gestern Abend bei der turnusmäßigen Hauptversammlung im Ittertal beschlossen. Wobei der Walder Lemmer, der parallel Vorsitzender beim Förderverein des Industriemuseums ist und bis 2017 als Präsident des Solinger Sportbundes fungierte, bei seiner zukünftigen Arbeit für die idyllisch gelegene, aber schon seit langer Zeit veraltete Freizeitanlage auf erfahrene Mitstreiter zählen kann. So wird mit Horst Koss einer der bisherigen stellvertretenden Vorsitzenden des Fördervereins genauso weitermachen, wie Bernd Reinzhagen als Geschäftsführer der gemeinnützigen Neue Arbeit Ittertal GmbH an Bord bleibt.

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Ein Team, auf das - im Zusammenspiel mit den anderen Kräften im Ittertal - auch in den kommenden Jahren jede Menge Arbeit warten dürfte. Denn finanziell ist die Freizeitanlage nach wie vor nicht eben auf Rosen gebettet. Im Gegenteil, klafft in dem Freibad, dessen 100-jähriges Bestehen 2017 gefeiert werden konnte, doch eine inzwischen siebenstellige Investitionslücke - was wiederum zur Folge hat, dass schon kleine, nicht vorgesehene Reparaturen beziehungsweise Neuanschaffungen ins sprichwörtlich Eingemachte zu gehen in der Lage sind.

Beispielsweise wurde in diesem Jahr der Kauf eines neuen Kompressors notwendig, der mit rund 40.000 Euro zu Buche schlug - aber unumgänglich war, damit Mitte Mai in den Badebetrieb der neuen Saison gestartet werden kann. Wobei damit keineswegs eine langfristige Sicherung der Anlage verbunden scheint. Der Grund: Die Technik im Ittertal bedarf eigentlich einer generellen Modernisierung, die angesichts seit Jahren ausbleibender städtischer Zuschüsse indes illusorisch ist.

"Uns fehlt jährlich ein Betrag in Höhe von 127.000 Euro", bezifferte Bernd Reinzhagen nun noch einmal den finanziellen Zuschuss, den die alte Sport- und Kulturzentrum Ittertal gGmbH früher aus dem städtischen Haushalt bekommen hatte. Und der seit dem Ende der alten Gesellschaft im Jahr 2008 nicht mehr fließt, so dass die heutige gemeinnützige gGmbH sowie der Förderverein als Träger - neben Einnahmen aus Eintrittsgeldern - vor allem auf Spenden angewiesen sind.

Auf diese Weise gelingt es, rund 50 Menschen, die ansonsten am Arbeitsmarkt lediglich eingeschränkte Chancen besäßen, über Maßnahmen neue Perspektiven zu bieten. Der Förderverein selbst ist schuldenfrei und will auch unter dem neuen Vorsitzenden Hartmut Lemmer die Aufgabe der Integration erfüllen.

Dabei ist es das Ziel, die Stärken der Freizeitanlage, die im vergangenen Jahr von rund 60.000 Gästen besucht wurde, weiter auszubauen. So schwebt Lemmer unter anderem vor, neben Beachturnieren, Eisbahn und Freibad neue Attraktionen zu schaffen. "So wäre es etwa denkbar, Firmen dafür zu gewinnen, ihren Angestellten einen Besuch zu ermöglichen", sagte Lemmer. Der Hintergedanke: Haben die Leute die Anlage erst einmal mit den Kollegen kennengelernt, dürfte mancher später mit der Familie ebenfalls ins Ittertal kommen - und so zu dessen Erhalt beitragen.

(or)