Solingen: Sprengung am 18. Dezember

Solingen : Sprengung am 18. Dezember

Am vierten Adventssonntag will der Investor das Turmhotel in der Solinger City sprengen. Das Hochhaus soll so kippen, das Nachbargebäude nicht beeinträchtigt werden. 500 Anwohner werden evakuiert.

Oberbürgermeister Norbert Feith hat Vertrauen in die Arbeit der Sprengmeister. "Wir haben es hier mit Profis zu tun." Davon sei er fest überzeugt. Jedenfalls wird das Turmhotel in der Solinger City, das zum früheren Karstadt-Komplex gehört, am 18. Dezember, dem vierten Adventssonntag, mittags um 13 Uhr gesprengt. Das haben die Chefs des Investors Solingen Shopping-Center GmbH mit Sonae Sierra und MAB Development gestern vor der Presse im Rathaus bekanntgegeben.

Das Gelände um das Turmhotel wird in einem Kreis mit einem Radius von rund 150 Metern zwei Stunden vor und eine Stunde nach der Explosion abgesperrt, und alle Bewohner darin werden vorsorglich evakuiert, kündigt Geowissenschaftler Dr. Manfred Kühne an.

Betroffen von der Evakuierung seien die Häuser der Weyersberger Straße ab Kreuzung Friedrichstraße, die Häuser der Kölner Straße zwischen den Hausnummern 77 und 127, alle Häuser am Neumarkt sowie der direkte Randbereich von Peter-Hahn-Weg und Kasernenstraße.

Das Altenheim Friedrichshof ist nicht in Gänze betroffen, lediglich der Teilbereich der Tagespflege bleibt für einige Stunden geschlossen. Würde eine Gefahr für die alten Menschen bestehen, hätten wir den Friedrichshof evakuiert, betont Geowissenschaftler Kühne gegenüber unserer Zeitung. Kommenden Dienstag werden eigens Bewohner des Altenheims über die Sprengung des Turmhotels informiert.

Am Mittwoch, 30. November, wollen die Investoren sowie Sprengfachleute und Vertreter der Stadt allen interessierten Bürgern bei einer Informationsveranstaltung im Theater und Konzerthaus Details der Sprengung vorstellen und Fragen beantworten. Die Info-Veranstaltung beginnt um 19 Uhr.

Helmut Roller, Chef des Wuppertaler Sprengtechnik-Unternehmens, schließt Erschütterungsschäden in Nachbargebäuden durch die Sprengung aus.

Schwierigkeit am 18. Dezember ist, dass das 62 Meter hohe Turmhotel auf eine vergleichsweise kleine, 47 Meter tiefe Fläche der Baugrube stürzen muss; und zwar in Richtung Neumarkt/Graf-Wilhelm-Platz. Das Gebäude muss im Moment des Kippens schon in sich zusammensacken. Deshalb werden zuerst Keile aus dem Gebäude herausgesprengt, so dass der Turm erst leicht einknickt, bevor weitere Sprengsätze am Fundament den Turm in sich zusammenfallen lassen.

"Sicherste Abbruchverfahren"

"Die Sprengung ist das sicherste Abbruchverfahren", entgegnet Sprengtechniker Roller möglichen Befürchtungen von Anwohnern. Die Evakuierung der unmittelbaren Nachbarschaft sei deshalb notwendig, weil nicht auszuschließen sei, dass ein kleiner Stein durch die Luft geschleudert werden und einen Zuschauer unglücklich treffen könne.

Gegen Steinflug werden Maschendrähte und Netze aufgespannt. Staub soll die Solinger Feuerwehr mit Wasserfontänen zurückhalten. Dennoch werde man die Staubbildung nicht vollständig unterbinden können, räumt Roller ein. Schon vor der Sprengung soll der Hedderich-Pavillon abgerissen sein. Stadtdirektor Hartmut Hoferichter erläutert, dass das Weihnachtsgeschäft der Händler an dem wichtigen Einkaufsamstag vor dem 18. Dezember nicht beeinträchtigt wird.

5000 Zuschauer werden bei der Sprengung erwartet. Ihnen wird in sicherer Entfernung ein guter Blick auf das Geschehen ermöglicht.

(RP)