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Turnen: Zwei Städte – eine Herausforderung

Turnen : Zwei Städte – eine Herausforderung

In vier Tagen wird das zweite NRW-Turnfest eröffnet. Viele Monate der Vorbereitungen liegen nun hinter Ihnen. Wurden Sie vor große Herausforderungen gestellt ?

Zacharias Zugegeben, ich war schon bei einigen Veranstaltungen dieser Größenordnung bei den Planungen involviert. Vor zwei Jahren beim ersten NRW-Turnfest in Gütersloh hatte ich kurzfristig einspringen müssen. Das hat die Sache hier in Solingen und Remscheid einfacher gemacht.

Wo gab es weniger Probleme ?

Zacharias In Gütersloh. Das ist aber in erster Linie damit begründet, dass die Kommunen vor drei Jahren noch nicht derart finanziell eingeschränkt waren. Auch die Sicherheitsauflagen waren nicht so hoch.

Hinger Die Tatsache, dass das NRW-Turnfest in zwei Städten stattfindet, macht es auch nicht einfacher. Viele Sachen waren deswegen doppelt zu erledigen, weil wir in jeder Stadt einen Ansprechpartner hatten.

Zacharias Die Teilnehmer haben es auch nicht leichter. Wir wollten die Sportler eigentlich dort unterbringen, wo auch die Wettkämpfe sind. Das hat aber kaum ein Verein so gemacht.

Hat sich das nicht irgendwie steuern lassen, dass die Teilnehmer bei den Wettkämpfen in den jeweiligen Stadtgrenzen bleiben ?

Zacharias Dafür ist das Wettkampfprogramm zu vielfältig.

Hinger In beiden Städten haben wir alleine 16 Sporthallen belegt. Das war wiederum ein Vorteil, dass wir uns jeweils die besten Sportstätten aussuchen konnten. Wenn wir nur in einer Stadt gewesen wären, hätten wir auch auf die kleineren Hallen zurückgreifen müssen. So konnten wir uns austoben.

Wenn man sich das Programm an den vier Turnfest-Tagen genauer betrachtet, fällt auf, dass mehr Veranstaltungen und Wettkämpfe in Solingen stattfinden.

Zacharias Die Infrastruktur ist in Solingen mit den großen Hallen deutlich besser als in Remscheid.

Seit wann haben Sie das Gefühl, mittendrin im Turnfest-Geschehen zu sein ?

Hinger Das ist schon eine ganze Zeit her. Wenn ich das vom Arbeitsaufwand und vom Stress betrachte, dann ist das seit zwei Monaten so.

Zacharias Wir hatten den ersten Meldetermin bereits Ende März. Da wäre es eigentlich richtig losgegangen, wenn wir nicht noch die Osterferien hätten abwarten müssen.

Hinger Tatsächlich hat es danach noch einmal einen kräftigen Schub an Anmeldungen gegeben. Die Zeit zum Organisieren wurde dadurch zwangsläufig kürzer. Aber so wussten wir hundertprozentig, wer welchen Wettkampf bestreiten wollte.

Wer sorgt dafür, dass die Teilnehmer pünktlich am richtigen Ort sind ?

Hinger Die Logistik war die größte Herausforderung. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln war das ja gar nicht zu machen, vor allem nicht finanziell. Das wird jetzt von einem Busunternehmen geregelt. Im Nachhinein können wir froh sein, es so gemacht zu haben. Bei den ersten Planungen war die Müngstener Brücke noch intakt gewesen.

Beide Städte stellen sich für das NRW-Turnfest mit ihren Infrastrukturen zur Verfügung. Finanziell war keine Unterstützung zu erwarten. Wie lässt sich so eine Veranstaltung finanzieren ?

Zacharias Das bleibt das Problem auch für die Zukunft. Welche Stadt kann heutzutage schon Zuschüsse gewähren ? Solingen und Remscheid mit Sicherheit nicht. Früher wurde gerechnet, dass die Teilnehmer die Turnfeste mit ihren Beiträgen selber finanzieren. Das geht heute auch nicht mehr. Dann wäre der Turnfestbeitrag so hoch, da würde kaum noch jemand kommen. Wir werden als Rheinischer Turnerbund – das kann man jetzt schon sagen – auf einem Defizit sitzenbleiben.

Hinger Wir werden eine Rote Null schreiben – trotz Sponsoren und sämtlicher Aktivitäten, um Geld reinzuholen.

Zacharias Man muss leider auch sagen: Unsere Erwartungen wurden nicht erfüllt. Es gibt viele Firmen, die sich anderwärtig festgelegt haben und so nichts geben konnten.

Wie schaffen Sie unter diesen finanziellen Rahmenbedingungen eine Veranstaltung, die in Erinnerung bleibt ?

Hinger Ich hoffe, dass unsere Ideen gut genug sind und einen bleibenden Eindruck hinterlassen.

Auf welchen Moment des NRW-Turnfestes freuen Sie sich am meisten ?

Hinger Soll ich ganz ehrlich sein ? Auf die Abschlussfeier (lacht). Wenn man weiß, dass alles nahezu reibungslos über die Bühne gegangen ist. Dass es an den vier Tagen irgendwo klemmen wird, wird nicht zu verhindern sein. Man muss nur geschickt damit umgehen können.

Guido Radtke führte das Gespräch

(RP)