Fußball : Zwei Mal Esselborn

Beim 1:0-Erfolg der Union im Niederrheinliga-Spiel bei der SpVg. Schonnebeck setzte Daniel Esselborn die Akzente. Erst erzielte der Abwehrspieler das Tor des Tages, dann flog er mit Gelb-Roter Karte vorzeitig vom Platz.

Gewissenhaft hatte Trainer Frank Zilles seine Mannschaft auf die Partie bei der SpVg. Schonnebeck in Essen vorbereitet. Um seine Spieler auf den für Niederrheinliga-Fußballer ungewohnten Essener Aschegrund zu gewöhnen, hatte der Coach das Abschlusstraining sogar nach Haan verlegt. Ein Aufwand, der sich auszahlte: Die Solinger verließen in einer vom Kampf bestimmten Partie den Platz am Ende als 1:0-Sieger.

Nur einer mochte sich nach dem Abpfiff nicht so recht freuen: Daniel Esselborn. Er fiel gestern besonders durch zwei Aktionen auf. In der ersten hatte der zweikampfstarke Abräumer vor der Abwehr nach einem von Samuel Sibilski getretenen Freistoß die insgesamt hochverdiente Führung für die Blau-Gelben (22.) erzielt. Mit der zweiten Aktion beendete Esselborn zugleich seinen Arbeitstag. Bereits mit Gelb verwarnt, fing sich der Solinger in der 70. Minute nach einem weiteren Foul vom Unparteiischen die Gelb-Rote Karte ein. Esselborns anschließender Ärger war verständlich, denn für ähnliche Fouls hatte Schiedsrichter Guido ten Hoven (Bocholt) zuvor den Karton nicht gezückt.

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Zilles verbal sehr aktiv

Zu Beginn hatte Frank Zilles viel verbale Arbeit zu verrichten. „Wir sind nicht richtig in die Zweikämpfe gekommen. Wir standen zu oft unter Druck, deshalb habe ich eingegriffen.“ Ganz anders das Bild in der zweiten Halbzeit. Zwar plätscherte die Partie mehr schlecht als recht die Uhr herunter, aber die Solinger kontrollierten das Gesehen. So konnte sich Zilles auf der Bank entspannen: „Bis auf eine halbe Chance haben wir nichts zugelassen. Insgesamt konnte uns Schonnebeck nicht so gefährlich werden.“ Andererseits taten die Solinger auch nicht viel, einen zweiten Treffer zu erzielen. „Wir wollten zuerst hinten sicher stehen und haben dann auf unsere Chance gewartet.“

Gleich mit dem ersten Angriff nach der Pause hätte die Union das zweite Tor aber machen müssen. Miguel Lopez-Torres hatte Dominik Montag im Strafraum bedient, doch der Mittelfeldspieler hämmerte den Ball aus spitzem Winkel am langen Pfosten vorbei (46.). Montag war es dann auch, der in der Schlussphase noch einmal einen Treffer auf den Fuß hatte. Robust hatte er sich am Strafraum den Ball erkämpft und anschließend abgezogen. Schonnebecks Torhüter Chris Trostmann stand goldrichtig. Die bessere Option für Montag wäre ein Pass in die Mitte zum völlig freistehenden Dennis Friesel gewesen.

„Mit dem 1:0 können wir sehr gut leben“, erklärte Zilles. „Es ist doch verständlich, dass zum Ende der Partie der ein oder andere Spieler angesichts des Ascheplatzes auch einmal an seine Gesundheit gedacht hat.“ Während Zilles diese Worte sprach, schallte es lautstark aus der Union-Kabine: „Spitzenreiter, Spitzenreiter“.

(RP)