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Lokalsport: "Wir müssen jetzt alle enger zusammenrücken"

Lokalsport : "Wir müssen jetzt alle enger zusammenrücken"

Nach der Niederlage gegen den Tabellenletzten Moers ist die Stimmung bei den Eintracht-Frauen auf dem Tiefpunkt.

Die sportliche Talfahrt beim Frauenfußball-Regionalligisten SV Eintracht Solingen hat sicher mehrere Gründe, doch für den neuen Trainer Ingo Schmitz ist ein Aspekt ausschlaggebend: ein zu kleiner Kader der ersten Mannschaft. Der würde sich auch in einer augenblicklich "eigentlich untragbaren Trainingssituation" zeigen. Denn nach einer aufgrund der Wetterbedingungen kaum möglichen richtigen Vorbereitung auf die Rückrunde kann Schmitz derzeit in den Einheiten oft mit nur sechs bis acht Spielerinnen arbeiten. "Das hat natürlich Gründe", erzählt Mannschaftsführerin Andrea Rohrbach-Kerl. "Krankheit, Verletzungen und Arbeitszeiten. Es ist ja nicht so, dass Spielerinnen keine Lust haben, zum Training zu kommen."

Und die personelle Situation bei der Eintracht hat sich seit dem Wochenende durch die Verletzungen von Nuccia di Nisi und Kristina Wodsack sogar noch weiter verschärft. "Personell ist es jetzt dramatisch. Ich weiß noch nicht, wie wir Sonntag in Bocholt auflaufen sollen", erzählt Schmitz im Hinblick auf die anstehende Begegnung beim Tabellen-Achten. Deshalb hofft der neue Trainer jetzt auch auf verstärkte Unterstützung aus der Zweiten Mannschaft - doch auch der Kader der Bezirksliga-Reserve ist klein. "Natürlich sind wir deshalb auch weiterhin intensiv auf der Suche nach Spielerinnen. Einzige Voraussetzung ist, dass sie sofort spielberechtigt sind", so Schmitz.

Zwar stehen die Frauen der Eintracht in der Regionalliga noch nicht auf einem Abstiegsrang, doch alle, die das Spiel am Sonntag gegen den Tabellenletzten Moers (1:2) verfolgt haben, bei denen wird die Sorge um den Klassenerhalt groß sein. Ängstlich und ohne Selbstvertrauen agierend, übernervös und mit vielen Abstimmungs- und Abspielfehlern präsentierten sich die Solingerinnen in den 90 Minuten. "Das Spiel hat deutlich gezeigt, dass wir umdenken müssen", erklärt Rohrbach-Kerl. "Wenn wir es nicht mit spielerischen Mitteln schaffen, dann muss eben eine Portion mehr Kampf hinzukommen." Auch bei Schmitz war die Niederlage gegen Moers ein echter Wirkungstreffer: "Dieses Spiel hat aber unsere Realität sehr gut widergespiegelt."

Trotz der scheinbar ausweglosen sportlichen Situation: Aufgeben gibt es für Rohrbach-Kerl nicht. "Wehklagen bringt uns nicht weiter. Wir müssen jetzt alle im Verein enger zusammenrücken und schauen, dass wir uns im Training wieder Spaß und Selbstvertrauen zurückholen. Und dann schaffen wir auch den Klassenerhalt."

(RP)