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Handball: Warten auf die Begründung

Handball : Warten auf die Begründung

Der Hauptgewinn war noch nicht abgeholt worden. So standen Ha De Schmitz und sein Trainerkollege Achim Schürmann im Foyer der altehrwürdigen Sporthalle an der Krefelder Straße neben der Kaffeemaschine und vielen weiteren Gewinnen der Tombola, die der OSC Rheinhausen zum Heimspiel gegen den Bergischen HC organisiert hatte.

Als Ha De Schmitz das Mikrofon in die Hand gedrückt bekam, um den souveränen 34:26-Erfolg seines Handball-Zweitligisten zu analysieren, blickte er mit hängendem Kopf das solche an wie ein enttäuschtes Kind, das aus einem Topf voller lukrativer Lose eine Niete gezogen hatte.

Trotzig kommentierte der BHC-Chefcoach das, was am Tag zuvor in Kassel entschieden worden war. "Am Samstag war die Verhandlung vor dem . . .", setzte Schmitz an, um sogleich einen neuen Satz zu beginnen. "Ich weiß gar nicht, wie das Gericht heißt. Ist aber auch egal." Dort ist beschlossen worden, dass der Bergische HC Hendrik Pekeler nach seiner Sperre in den Begegnungen gegen Bittenfeld, Coburg und Frankfurt zu unrecht eingesetzt habe und dem Club sechs Punkte abgezogen werden. "Das war für uns natürlich der Supergau."

Regelung vorerst ohne Gültigkeit

Das gilt nicht nur für den Bergischen HC als direkt betroffenen Verein, sondern auch für die Handball-Bundesliga (HBL). Deren Kompetenz wurde mit dem Urteil ebenso infrage gestellt wie die Regelung, Rote Karten nach taktischen Fouls in den Schlussminuten in den Bundesligen nur mit einem Spiel Sperre zu bestrafen. Daher wurde allen 56 Vereinen aus der Ersten und Zweiten Liga mitgeteilt, dass das einstimmig beschlossene Prozedere vorläufig keine Gültigkeit mehr habe — zumindest so lange, bis die schriftliche Begründung des Sportgerichts des Deutschen Handball-Bundes unter dem Vorsitz des Solinger Rechtsanwaltes Karl-Hermann Lauterbach vorliegt.

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Angekündigt wurde das Schreiben noch für diese Woche. "Sobald die Begründung vorliegt, werden wir umgehend die Revision beim DHB-Bundesgericht auf den Weg bringen", sagt Stefan Adam, der auf die Unterstützung der HBL bauen kann. Vorher schon will der Manager des gefühlten Tabellendritten beantragen, dass die sechs Punkte in der offiziellen Tabelle wieder gutgeschrieben werden. Schließlich sei das Urteil noch nicht rechtskräftig.

(RP)