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Handball: Vorsorgen für den Ernstfall

Handball : Vorsorgen für den Ernstfall

Die Zweitliga-Handballer des Bergischen HC versuchen, sich von dem noch nicht rechtskräftigen Sechs-Punkte-Abzug sportlich nicht beirren zu lassen. Gegen den TV Groß-Umstadt ist eine Fortsetzung der Trotzreaktion zu erwarten.

In der Handball-Szene gibt es kaum ein anderes Gesprächsthema: das Urteil des Sportgerichts des Deutschen Handball-Bundes (DHB), nach dem der Bergische HC sechs Punkte abgeben muss. Nachdem durchgesickert ist, dass sich die Kommission bei ihrer Entscheidung nicht darauf beruft, dass Hendrik Pekeler nach einer Roten Karte in einem Oberliga-Spiel auf Verbandsebene gesperrt worden war, sondern die von der Handball-Bundesliga (HBL) Sonderregelung infrage zu stellen scheint, wächst das Unverständnis auf allen Ebenen. Die schriftliche Begründung lässt aber noch auf sich warten.

Beim betroffenen Verein selbst ist es Manager Stefan Adam, der mittlerweile mit sämtlichen juristischen Feinheiten vertraut ist. "Nach allen von Solidarität geprägten Gesprächen wird immer deutlicher, dass wir es definitiv genauso wieder gemacht hätten." Adam stellt sich vor, dass der BHC womöglich das Heimspiel gegen den TV Bittenfeld verloren hätte. "Dann hätten wir uns womöglich fragen lassen müssen, warum wir wider besseres Wissen gehandelt und Hendrik Pekeler nicht eingesetzt hätten, wo doch in der HBL für ein taktisches Foul in den Schlussminuten nur ein Spiel Sperre vorgesehen sei." Für Stefan Adam bleibt es ein Rätsel, warum der HSC Coburg, die HSG Frankfurt und der TV Bittenfeld mit dem Einspruch gegen ihren Willen handeln. "Auch die drei Vereine hatten vor der Saison die Ein-Spiel-Sperre gefordert."

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Deutlich ruhiger als der Manager klingt der Trainer, wenn er auf den Sechs-Punkte-Abzug angesprochen wird – weil sich Ha De Schmitz weniger damit beschäftigt und auf die sportlichen Aufgaben konzentriert. "In der Mannschaft wird eigentlich gar nicht mehr darüber gesprochen. Das ist viel weniger Thema, als man sich vorstellt." Stattdessen hatte die Situation (Schmitz: "Wir fühlen uns schon schlecht behandelt") positive Wirkung, was der Auswärtsauftritt beim nicht beneidenswerten OSC Rheinhausen (36:26) belegt. Die Stimmung auf dem Feld war in den vergangenen Wochen selten so gelöst.

Pekeler fällt verletzt aus

Wie viel eine Woche nach dem umstrittenen DHB-Urteil von der Trotzreaktion übrig ist, werden die vorläufig auf Tabellenplatz acht zurückgefallenen Löwen morgen gegen den TV Groß-Umstadt zeigen. "Jeder ist sich bewusst, dass wir vorsorgen müssen, um im Ernstfall eine Aufstiegschance zu haben", sagt Ha De Schmitz. Bei der Vorbereitung auf die Partie gegen den Tabellenvorletzten bemüht sich der Coach im Training die richtige Dosis finden, damit alle Spieler die Belastung bis Jahresende ohne weitere Folgen überstehen. Hendrik Pekeler allerdings hat es erwischt, seine Kapselverletzung am Daumen ist wieder aufgebrochen.

2. Handball-Bundesliga: Bergischer HC – TV Groß-Umstadt (Sonntag, 17 Uhr, Bayerhalle Sonnborn).

(RP)