Baseball Vom Jäger zum Gejagten

Solide Planung, wenig Skandale und großer Erfolg – dafür stehen die Solingen Alligators seit vielen Jahren. In dieser Saison steht der Baseball-Bundesligist als amtierender Deutscher Meister erstmals ein wenig unter Druck.

Solide Planung, wenig Skandale und großer Erfolg — dafür stehen die Solingen Alligators seit vielen Jahren. In dieser Saison steht der Baseball-Bundesligist als amtierender Deutscher Meister erstmals ein wenig unter Druck.

Tief stapeln die Alligators nicht. Die drei Ziele, die sich die Solinger Baseballer für die am Ostermontag beginnende Saison gesetzt haben, müssen erst einmal erreicht werden: die Integration der Jugend in die erste Mannschaft, das Erreichen eines internationalen Wettbewerbs und den Klassenerhalt im Europapokal der Landesmeister. Insgeheim wünschen sich die Verantwortlichen vor allem eines: den erneuten Gewinn der Deutschen Meisterschaft.

Seit dem Meisterschaftsgewinn 2006 vor einem halben Jahr hat sich viel geändert bei den Alligators. Norman Eberhardt beendete seine aktive Karriere, Lutz Träbert löste Markus Meyer als Vorsitzender des Vereins ab, und das Team hat einen neuen Trainer sowie neue ausländische Spieler. Trotzdem hat sich anscheinend nichts geändert. Die Saisonplanung ist frühzeitig abgeschlossen — alle wollen nur noch anfangen zu spielen. Am 9. April geht es los mit der schwierigen Aufgabe bei den Paderborn Untouchables. Eigentlich ist alles wie immer, nur die Vorzeichen haben sich geändert. Die Alligators sind vom Jäger zum Gejagten geworden. Jahrelang waren die Untouchables das Maß aller Dinge in der Bundesliga. Nun sind es die Solinger, die etwas zu verlieren haben. Die Unberührbaren sind die Underdogs.

Trainer Zeke Mitchem weiß inzwischen genau, wie er sein Team aufstellen wird. Auf dem Wurfhügel sind wie in der vergangenen Saison André Hughes und Enorbel Marquez Ramirez das Maß aller Dinge. Dahinter stehen Jens Cornelsen und Dominik Wulf, der weiterhin zwischendurch vom Infield auf den Mound wechseln möchte. "Es reizt einfach, auf dem Hügel zu jedem Zeitpunkt ins Spiel eingreifen zu können. Das geht auf keiner anderen Position", freut sich Wulf auf bevorstehende Einsätze. In der Hinterhand hat Mitchem Oliver und Patrick Kanthak sowie die Nachwuchsspieler Robin Drache, Sebastian Bernards und dem 15-jährigen Florian Götze.

Nachwuchs bekommt seine Chance

Keine Frage, der Nachwuchs bekommt in dieser Saison seine Chance. Neben den Werfern wollen Tobias Willach und vor allem Dustin Hughes ins Spielgeschehen eingreifen. Hughes tritt das schwere Erbe von Norman Eberhardt an der ersten Base an und möchte sich bereits in den ersten Spielen einen Stammplatz sichern. "Dustin hat sich körperlich stark entwickelt und unterstreicht dies im Training und den Testspielen", lobt Zeke Mitchem seinen neuen First-Baseman.

Neu im Stammkader der Alligators sind zudem Ronnie Shore und Joey Besl. Die US-Amerikaner übernehmen mit der zweiten Base und dem Short-Stop die beiden wichtigsten Positionen des Infields und dürften nach ersten Anzeichen mehr als nur adäquater Ersatz für Ryan Sickles und Bo Moore sein, die den Verein Ende 2006 verlassen haben. Ob sich die Alligators mit ihrem veränderten Kader ihre Träume und Wünsche erfüllen können ?

(RP)