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Volleyball: Volleys fertigen Spitzenreiter Lindow ab

Volleyball : Volleys fertigen Spitzenreiter Lindow ab

Dank einer geschlossen starken Mannschaftsleistung übernimmt der Zweitligist mit dem 3:0-Sieg die Tabellenführung.

"Spitzenreiter, Spitzenreiter - hey, hey", hallt es durch die Halle Wittkulle. Auf dem Feld hüpfen die Spieler der Solingen Volleys singend im Kreis, auf der Tribüne werden sie mit stehenden Ovationen von 350 begeisterten Fans gefeiert. Mit dem, was in den vergangenen knapp anderthalb Stunden passiert ist, hatte wohl kaum einer gerechnet. Klar und deutlich hatte der Tabellenzweite den Spitzenreiter SV Lindow-Gransee mit 3:0 (25:17, 25:16, 25:23) besiegt und somit auf beeindruckende Weise den ersten Platz erobert - zum zweiten Mal in dieser Saison. Zudem glückte die Revanche für die 1:3-Hinspielniederlage.

Gästetrainer Victor Eras fand: "Solingen war einfach zu stark und hat verdient gewonnen. Da gab es für uns heute nichts zu holen." Während Lindow nach nur 74 Spielminuten die knapp 600 Kilometer weite Rückreise nach Brandenburg ohne Punktgewinn antreten musste, war Solingens Headcoach Bernd Werscheck sichtlich stolz auf seine Truppe: "Kompliment an das ganze Team. Das war heute eine super Leistung." Dann gab es - eher untypisch für den 53-Jährigen - ein Sonderlob für einen Spieler: "Was Oli Gies nach seiner Verletzungspause geleistet hat, war sensationell." Der Co-Trainer und Kapitän gab das Kompliment aber direkt weiter: "Alle Mannschaftsteile haben heute auf ganzer Linie überzeugt."

Und damit traf er den Nagel auf den Kopf. Zwar sorgte die Rückkehr von Gies vor allem in der Annahme - gemeinsam mit Libero Tom Weber und Daniel Wernitz - für Stabilität. Auch im Angriff setzte er Akzente und verwandelte zudem den Matchball, doch die gesamte Volleys-Offensive war im Vergleich zur ärgerlichen 2:3-Niederlage eine Woche zuvor gegen Delbrück kaum wiederzuerkennen. Vor allem Christian Gosmann, der als Diagonalangreifer von der Annahme befreit war und sich somit komplett auf den Angriff konzentrieren konnte, präsentierte sich unfassbar stark. Viele wichtige Punkte, knallharte Aufschlagserien und eine tolle Blockarbeit gingen auf das Konto des 22-Jährigen. Auch Wernitz über außen und Dirk Pietzonka in der Mitte waren zuverlässige Punktelieferanten.

Ebenfalls kaum zu stoppen war Mittelblocker Toni Mester. Er wurde von Zuspieler Huib den Boer, der später mit der Goldmedaille als bester Spieler des Siegerteams ausgezeichnet wurde, immer wieder mit schnellen und flachen Anspielen in Szene gesetzt. Neben harten Schmetterbällen überzeugte der 25-Jährige auch im Block. Auf der Gegenseite gelang es weder dem erstligaerfahrenen Außenengreifer Nicolai Kracht noch Junioren-Nationalspieler Wieland Oswald, dem Spiel ihren Stempel aufzudrücken.

Zu souverän präsentierte sich der Gastgeber. Über 10:5 und 21:12 ging der erste Satz locker an die Volleys. Durchgang zwei verlief zunächst spannender. 8:10 lag Solingen zunächst zurück, holte sich den Satz über 15:11 und 21:14 letztendlich aber doch souverän. Im absolut ausgeglichenen dritten Abschnitt nahm Bernd Werscheck beim Stand von 10:10 seine erste Auszeit des gesamten Spiels. Auch wenn sich hier und da ein paar Aufschlagfehler einschlichen, ließen die Solinger nichts mehr anbrennen und wurden am Ende zu Recht gefeiert.

Hüpfen und Singen war allerdings für die Spieler recht schnell vorbei. Schließlich mussten die Kräfte geschont werden. Auslaufen und ausdehnen war angesagt, denn nur gut 20 Stunden später wurde Humann Essen in der Wittkulle empfangen (siehe separaten Spielbericht). Ein kühles Getränk durfte es für die Spieler dann aber doch noch sein, ehe sie in die Umkleide verschwanden.

Volleys: Weber, Wolff - den Boer, Stark, Pietzonka, Mester, Schmäschke, Renzelmann, Werscheck, Wernitz, Grozer, Gies, Gosmann

(sbi)