Handball : Viteks Rückkehr

Gestern Nachmittag feierte der Bergische HC seinen ersten Sieg gegen einen der Großen der 2. Handball-Bundesliga. Beim 31:28-Erfolg gegen den TV Hüttenberg war ein Akteur der überragende Mann, der nach seiner zweiwöchigen Sperre wieder eingreifen durfte: Jiri Vitek.

Mit frustrierter Miene hatte Jiri Vitek zwei Wochen lang in Jeans und Sweatshirt auf der Tribüne gesessen. Ein lange Pause für einen Handballer, der eigentlich im Vollbesitz seiner Kräfte gewesen wäre, um auf dem Spielfeld einzugreifen. Gestern durfte der Tscheche nach seiner in Obernburg eingehandelten Rot-Sperre zum ersten Mal wieder beim Handball-Zweitligisten Bergischer HC mitwirken — und Jiri Vitek holte in 60 Minuten all das nach, was er als Zuschauer verpasst hatte.

Seine Teamkollegen und vor allem die Abwehrspieler des TV Hüttenberg machten es dem Linkshänder in den ersten fünf Minuten einfach, Selbstbewusstsein zu tanken. Zwei Mal spielten die Löwen das gleiche System: eine simple Sperre vom Kreisläufer, und Jiri Vitek hatte freie Bahn, um mühelos seine ersten beiden Tore zum 1:0 (2.) und 2:1 (3.) zu erzielen. Beim dritten Versuch wollten die Hessen den 30-Jährigen nicht noch ein weiteres Mal so ungehindert zum Wurf kommen lassen und zerrten gleich mit drei Mann an Trikot, Arm und Schulter des an den Wurfkreis vorgedrungenen Vitek. Der aber schaffte es noch, den Ball auf Alexander Oelze zurückzulegen und als Vorbereiter des Treffers zum 3:1 (5.) zu glänzen.

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Bereits nach diesen wenigen Aktionen hatte sich Jan Gorr die Grüne Karte geschnappt, um eventuell mit einer Auszeit auf die Aktionen seines Teams zu reagieren. Nicht nur mit der Abwehrleistung war der Trainer des TV Hüttenberg nicht zufrieden, sondern vor allem mit dem wenig produktiven Spiel in der Offensive. Die Ballverluste hätte Simon Kluge zwei Mal mit einem Tor zur möglichen Vier-Tore-Führung bestrafen können, doch der BHC-Rechtsaußen scheiterte jeweils an Waldemar Strzelec. Nur so konnte Andreas Scholz auf 2:3 verkürzen. Ein Treffer, der Jan Gorr dazu bewegte, die Grüne Karte doch wieder wegzulegen. Andreas Scholz war im Übrigen der einzige Hüttenberger, der aus dem Rückraum für Gefahr sorgte. Das lag insbesondere an der Arbeit von Jiri Vitek, der auf der Gegenseite nahezu jeden Wurf- oder Durchbruchversuch zupackend verhinderte.

Nachdem sich der Bergische HC beim 7:4 (13.) und 10:7 (18.) jeweils einen Drei-Tore-Vorsprung erarbeitet hatte, kippte die Partie beim zweiten Mal wieder einmal in einer zweiminütigen Überzahlsituation. Michael Bepler saß nach einem Foul am 10:7-Torschützen Sebastian Aschenbroich mit einer Zeitsstrafe auf der Bank, als die Löwen es verpassten, ihre gute Phase fortzusetzen. Oelzes passte weit ins Aus, Aschenbroich warf unkontrolliert weit über die Latte — plötzlich war der Rhythmus verloren. Die Gregorz-Truppe fand ihn aber nach drei Gegentoren in Folge und dem 10:10-Ausgleich schnell wieder.

Hertzberg sorgt für Belebung

Bis zur 39. Minute setzte sich keines der beiden Teams ab. Es war die Einwechslung von Sven Hertzberg, die für entscheidende Belebung in das BHC-Spiel brachte. Hertzberg kontrollierte jetzt nicht nur den rechten Rückraum der Hessen, sondern leitete mit seinem Tor zum 20:19 (39.) auch die entscheidende Phase ein. Jiri Vitek unter Zeitspiel-Druck und Jens Reinarz nach Tempogegenstoß legten noch zwei Treffer zum 22:19 (42.) nach. Die Hüttenberger kamen zwar noch einmal auf 22:23 heran, dem Siegeswillen der Bergischen und einem vor Spielfreude sprühenden Jiri Vitek hatten sie in der Schlussphase jedoch nichts entgegen zu setzen.

(RP)