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Volleyball: Vision Erste Liga erfordert kleine Schritte

Volleyball : Vision Erste Liga erfordert kleine Schritte

Vor dem Spitzenspiel gegen Zweitliga-Meisters Netzhoppers-KW Bestensee zieht der Trainer der Solingen Volleys ein Fazit seiner ersten Saison in hauptverantwortlicher Position. In Zukunft möchte der 38-Jährige das Trainingspensum erhöhen.

Die Zweitliga-Saison neigt sich langsam dem Ende. Haben Sie sich Ihre erste Station als hauptverantwortlicher Trainer so vorgestellt ?

Hübner Doch, schon. Vom Umfang her ist ja alles überschaubar gewesen. Ich habe jede Woche, jedes Training, jedes Spiel viel gelernt. Von daher war es eine gute Erfahrung für mich.

Was war der größte Lerneffekt ?

Hübner Man muss erst einmal ein Gefühl für die Ansprachen vor dem Spiel bekommen. Mit taktischen und technischen Geschichten hat man auch als Co-Trainer viel zu tun. Neu war auch, alles alleine im Blick zu behalten, Entscheidungen zu fällen und die Verantwortung zu tragen. Das hat auf jeden Fall enorm viel Spaß gemacht.

Haben Sie Ihre Ziele erreicht, die Sie sich bei Ihrem Amtsantritt gesteckt haben ?

Hübner Das oberste Ziel war es, Spaß am Volleyball zu vermitteln und zugleich erfolgreich zu sein. Das haben wir ganz gut hinbekommen. Da sind die Rückmeldungen sehr positiv. Dass die Leute hier und da mal weniger zufrieden sind, wenn sie nicht spielen, ist ganz normal.

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Ist die Mischung des Kaders im Nachhinein so, wie Sie sich vorgestellt haben ?

Hübner Vom Großen und Ganzen ja. Es gibt natürlich die unglückliche Situation mit Patrick Stellmann, die sich aus beruflichen Gründen anders entwickelt hat als ursprünglich geplant und absehbar war. So hat uns ein Spieler gefehlt. Eigentlich hatte ich vor, die Beacher nicht als so festen Bestandteil einzubauen. Das wäre ein Punkt für die neue Saison. Stefan Windscheif und Alexander Walkenhorst sollen nach wie vor ein Teil des Teams sein — aber nur als Extra obendrauf. Auch ohne die beiden sollte eine Mannschaft mit zwölf Spieler bereitstehen. Es ist eben keine einfache Situation, wenn zwei Spieler nur selten beim Training sind und andere wiederum jede Einheit mitmachen. Auch wenn jeder weiß, dass sie uns sportlich weiterhelfen, entsteht so immer etwas Unruhe.

Wie stehen die Chancen, dass Walkenhorst / Windscheif weiterhin so oft für die Solingen Volleys auflaufen werden ?

Hübner Ich gehe davon aus, dass der Beachvolleyball bei beiden immer mehr Raum einnehmen wird. Es ist jetzt ihr erstes gemeinsames Jahr auf der World Tour. Wenn sie in Schlagweite von Olympia kommen, wird sich alles noch viel konsequenter darauf ausrichten. Sie werden die Phasen, die sie jetzt in der Halle gespielt haben, mehr zur Regeneration nutzen. Da müssen wir vorsorgen.

Warum hat es so lange gedauert, bis die Mannschaft ihren Rhythmus gefunden hat ?

Hübner Hier und da haben wir es mit der individuellen Qualität der Spieler kompensieren können — aber auch nicht immer. Nach der Weihnachtspause sind wir schwer in Tritt gekommen. Ganz am Anfang hatten wir Glück, dass uns der Spielplan VI Frankfurt und Humann Essen beschert hatte. Danach hatten wir auch schon Mühe, den Rhythmus zu finden. Diese Phasen gilt es zu verkürzen, wenn man oben mitspielen will. Dieses generelle Problem müssen wir mit Blick auf die kommende Saison konsequenter angehen. Ich denke da an die Erhöhung des Trainingspensums, dann entsteht auch eine ganz andere Sicherheit.

Wird das Gesicht des aktuellen Kaders erhalten bleiben ?

Hübner Es ist schon unser Ziel, einen Großteil zu halten. Wir führen jetzt Gespräche und schauen, wer bereit ist, den Weg mitzugehen und es leisten kann, das Pensum zu erhöhen. Das gibt es bereits einige positive Signale.

Was beinhaltet die Erhöhung des Pensums ? Die Einführung einer dritten Trainingseinheit ?

Hübner Auf jeden Fall. Zudem werden wir die Vorbereitung länger planen und etwas im athletischen Bereich machen. Das sind alles kleine Schritte, die wichtig sind, wenn man die Vision hat, in weiter Ferne einmal in der Ersten Liga zu spielen. In allen Bereichen muss man sich darauf zu bewegen, sonst ist irgendwann der Sprung viel zu groß.

Wie es aussehen kann, wenn es einmal in die Erste Liga gehen soll, zeigt die anstehende Partie gegen die Netzhoppers KW-Bestensee. Der Meister kommt nur leider zum falschen Zeitpunkt nach Solingen.

Hübner Och, das weiß ich gar nicht. Wir freuen uns drauf. Das ist die Mannschaft, die mit ihrem hohen Trainingsaufwand in dieser Liga am professionellsten arbeitet. Wir schauen, dass wir das, was wir uns zuletzt erarbeitet haben, wieder abrufen. Dann wird sich zeigen, wozu das Selbstvertrauen reichen kann.

GUIDO RADTKE FÜHRTE DAS GESPRÄCH

(gra)