Fußball: VfB im Glück

Fußball: VfB im Glück

Der VfB Solingen ist zurück an der Tabellenspitze. Durch einen in letzter Sekunde verwandelten Elfmeter von Daniel Lammich besiegte der Solinger Bezirksligist Spitzenreiter TuS Neviges mit 4:3. Held des Tages war Serkan Gürdere.

In der 54. Minute ist der VfB Solingen mit sich und der Welt zufrieden. Schöner, sehenswerter hätte Serkan Gürdere das 3:1 für die Baverter nicht erzielen können. Der Stürmer hat einen langen Ball geschickt vor seinem Gegenspieler aufgenommen, diesen schnell ausgetanzt, um im Anschluss Sebastian Küper im Kasten des TuS Neviges mit einem Übersteiger so zu verladen, dass er den Ball nur noch ins leere Tor schieben musste. Zu Recht lässt sich Gürdere für diesen außergewöhnlichen Treffer feiern.

Doch locker darf es der VfB in der Folge nicht angehen lassen. Gürdere vergibt eine Kopfball-Möglichkeit zum 4:1 – es wäre nach seinem 2:1 kurz nach der Halbzeitpause ein lupenreiner Hattrick und die Entscheidung gewesen. So aber haben die Gäste die Chance, zurück zu schlagen. Weniger als fünf Minuten später macht es Christian Scheller mit dem 2:3-Anschluss wieder spannend, Sven Hauptmann verfehlt mit seinem Pfostenschuss den Ausgleich nur um Zentimeter.

Doch glücklich ist die Führung für den VfB Solingen keineswegs. Die Truppe von Trainer Karsten Ditscheid war zwar in der ersten Hälfte die etwas schwächere Mannschaft, kam aber nach dem 0:1 schnell durch Agon Balay per Kopf zum Ausgleich. Nach der Pause war von der Nevigeser Überlegenheit im Mittelfeld nichts mehr zu sehen. Nach Gürderes Doppelschlag verpasste es die Mannschaft lediglich mit dem einen oder anderen erfolgreichen Konter, für klare Verhältnisse zu sorgen. Da nutzte auch die numerische Unterlegenheit der Gäste – Norgim Abbadi hatte wegen wiederholten Foulspiels Gelb-Rot gesehen – wenig.

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Das unverhoffte Handspiel

Mit Schellers 3:3 in der 90. Minute schien sich der VfB um den Lohn gebracht zu haben. Die Nevigeser, inklusive Trainerstab und Teile des Anhangs, hatten nach dem Ausgleich bereits auf dem Feld über das vermeintliche Remis gejubelt. Doch noch ein Mal warfen die nun frustrierten Solinger alles nach vorne. "Hand, Hand", schallte es Sekunden später über das gesamte Feld. Tatsächlich: Das Handspiel – so unnötig und ungeschickt im Abwehrgewühl – war nicht nur deutlich zu sehen, sondern auch akustisch klar zu vernehmen. Der Unparteiische zeigte auf den Punkt. Die Verantwortung übernahm Daniel Lammich. Ein Gewaltschuss nach links beendete das Wechselbad der VfB-Gefühle. Karsten Ditscheid konnte das Glück seines Teams kaum fassen: "Das Remis wäre ärgerlich gewesen, aber beschweren dürften wir uns nicht."

(RP)