Fußball : Unter Wert geschlagen

Amern – VfB Solingen 2:0 (2:0). Enttäuscht war Karsten Ditscheid nach der 0:2-Niederlage des VfB Solingen in Amern. "Da war mehr für uns drin", ärgerte sich der Coach des Fußball-Landesligisten. "Wir hatten viel Pech im Abschluss. Der Ball wollte einfach nicht rein." Was nicht nur am tiefen und holprigen Naturrasen lag, auf dem die Begegnung in Schwalmtal ausgetragen wurde.

Schon in der Anfangsphase fehlten Agon Balaj (12.) bei einem Flugkopfball, Tim Engelen (14.) und Serkan Gürdere (15.) das nötige Quäntchen Glück zur Führung. Das hatten dann die Gastgeber nach einem Freistoß, der an die Latte klatschte und genau auf den Kopf von Rene Jansen sprang, der das 1:0 (19.) erzielte. Die Solinger drängten umgehend auf den Ausgleich, ohne zu weiteren hochkarätigen Möglichkeiten zu kommen. Ausnahme war ein Lattenknaller von Rossi Tilaro (38.) – "Wir hatten bestimmt 70 Prozent Ballbesitz", fand Ditscheid.

Fatale kurze Ecke

In der 40. Minute erhielten die Solinger eine Ecke, und die versuchten Tim Engelen und Davide Lo Martire kurz auszuführen. Mit dem Ergebnis, dass sich Amerns Topstürmer Konstantino Agathagelidis den Ball schnappte, auf und davon zog und bei seinem 2:0 auch Florian Kölmel im Kasten der Solinger keine Chance ließ. "Klassisch ausgekontert", kommentierte Ditscheid die unglückliche Aktion.

Der VfB-Coach ergriff in der Pause eine für ihn ungewöhnliche Maßnahme – er wechselte gleich dreimal. "Ich hatte den Eindruck, dass ich nach dem 0:2 einen Impuls setzen musste", begründete Ditscheid sein Handeln. Für Gürdere kam Mohammed Hosseini, für den enttäuschenden Sebastian Claus Nikola Aleksic und für den Rot-gefährdeten Balaj brachte der Coach Mladen Tomic. "Wir haben dann Amern regelrecht eingeschnürt. Die kämpferische Einstellung stimmte, und wir hatten den Gegner im Griff." Trotz der Überlegenheit landete der Ball aber erst in der Schlussphase im Tor der Schwalmtaler. Hosseini hatte per Kopf einen Freistoß verlängert und Tilaro (83.) die Kugel über die Linie gedrückt. Der Unparteiische erkannte den Treffer jedoch wegen angeblichen Abseits von Tilaro nicht an.

Dann wurde es hektisch. Erst erhielten die bereits verwarnten Alberto Scarlino (84.) und Tilaro (87.) die Gelb-Rote Karte, dann sah Christian Poweleit (88.) glatt Rot. Womit die Begegnung entschieden war.

(RP)