Handball : Unter Aufsicht

Die Heimstätte der TSG Münster zählt nicht zu den Lieblingsadressen des Bergischen HC.

Norbert Gregorz hört es gar nicht gerne, wenn jemand meint, dass die Handball-Saison für den Bergischen HC gelaufen sei – angesichts der sechs Minuspunkte Rückstand auf den Tabellenplatz zwei, der zur Teilnahme an der Aufstiegsrelegation berechtigt. „Es geht immer noch um sehr viel“, sagt der Trainer des Bergischen HC. „Schließlich wollen wir den Kredit, den wir uns vor allem in der Hinrunde erarbeitet haben, nicht wieder verspielen.“ So kann das Ziel in den letzten vier Begegnungen der Saison nur lauten, den vierten Tabellenplatz vor der SG Ludwigsburg und dem TV Willstätt-Ortenau zu behaupten.

Seit drei Spieltagen allerdings hat der Bergische HC nicht mehr gewonnen – weil die Leistungen in Eisenach (25:31) und Bietigheim (30:20) sowie gegen Obernburg (25:25) zu schwankend gewesen waren. „Spielerisch war unser letzter Auftritt gar nicht so schlecht“, sagt Norbert Gregorz nach der Video-Analyse, die in dieser Woche etwas anders als sonst ausgefallen war. „Normalerweise beschäftigen wir uns immer nur mit einzelnen Passagen, die Partie gegen Bietigheim haben wir uns noch einmal komplett angeschaut“ – mit dem Ergebnis, dass sich der Bergische HC mit einer Angriffseffektivität von nur 42 Prozent um den Sieg gebracht hat. „Neun Technische Fehler sind nicht viel. Was fehlte, war nur die Konzentration im Abschluss“ – ein Punkt, an dem Norbert Gregorz in dieser Woche mit der Mannschaft beim Training intensiv gearbeitet hat.

Trostlose Atmosphäre

Heute Abend ist volle Konzentration gefordert, wenn der Bergische HC auch das dritte Pflichtspiel dieser Saison gegen die TSG Münster gewinnen will. Die Sporthalle in Kelkheim zählt nämlich nicht zu den attraktivsten Spielstätten der Zweiten Liga Süd, weil in der meist trostlosen Atmosphäre fast jedes (unfreundliche) Wort der Zuschauer zu verstehen ist. So war es auch beim Pokal-Auftritt der Löwen im September, als sich Anhänger und sogar Offizielle der TSG Münster daneben benommen haben.

Das war kein Einzelfall. Die Vorfälle nach der Begegnung gegen die HSG Gensungen/Felsberg zum Beispiel haben den Deutschen Handball-Bund veranlasst, eine Verbandsaufsicht zum heutigen Spiel nach Kelkheim zu entsenden. Norbert Gregorz macht das keine Sorgen. „Da haben wir schon ganz andere Spiele wie in Bittenfeld oder Eisenach über die Bühne bringen müssen.“ Die Rahmenbedingungen seien für den BHC-Coach kein Alibi dafür, wenn eine Begegnungen verloren geht.

2. Handball-Bundesliga: TSG Münster – Bergischer HC (heute, 20 Uhr, Eichendorfschule Kelkheim).

(RP)