Tennis : Unsichere Zukunft

Michael Kohlmann war nach seiner Knie-Operation gerade wieder ins Tennis-Training eingestiegen, als er sich erneut verletzte. Wenn er wieder spielen könne, dann nur für den Solinger TC, sagt der Doppelspezialist.

Michael Kohlmanns Formkurve hatte steil nach oben gezeigt. Die Zeiten schienen vorbei, in denen sich der 32-Jährige vor jedem Turnier umschauen musste, mit wem er in der Doppel-Konkurrenz starten sollte. Im Daviscup war er an der Seite von Alexander Waske mit dafür verantwortlich gewesen, dass es Deutschland ins Halbfinale geschafft hatte. Sogar von der Teilnahme am Tennis-Masters war im Frühjahr diesen Jahres die Rede gewesen. Der Anriss der Patellasehne — zugezogen auf dem heiligen Rasen in Wimbledon — warf Kohlmann weit zurück. Wie schon im ersten Zweitliga-Jahr musste der Solinger TC auch nach dem Aufstieg ins Oberhaus auf einen gesunden Michael Kohlmann verzichten.

Nur vereinzelt hatte er in der Bundesliga im Doppel eingegriffen, ohne dabei erfolgreich gewesen zu sein. Und das wurmt ihn. "Ich muss zugeben, dass ich aufgrund meiner körperlichen Verfassung nicht so viel leisten konnte, um der Mannschaft zu helfen." So wollte sich der unkomplizierte Tennisprofi auch nicht mit dieser Leistung aus Widdert verabschieden und suchte das Gespräch mit dem STC-Vorsitzenden Kurt-Reiner Witte. Das Ergebnis war zwar kein unterzeichneter Vertrag. Unter vier Augen machte der Doppelspezialist jedoch deutlich, dass er in jedem Fall in Solingen spielen wolle — falls er wieder spielen kann. Und Witte hält ihm die Tür offen.

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Das Pech ist Michael Kohlmann nämlich in der zweiten Jahreshälfte treu geblieben. Nachdem sich "Kohle" vor dem Daviscup-Halbfinale in Moskau auf Ratschlag der Ärzte am Knie hatte operieren lassen und auch die Reha erfolgreich überstanden war, war er erst einmal wieder ins Tennis-Training eingestiegen. Das war vor anderthalb Monaten. "Ich hatte keine Probleme gehabt, bis auf einmal neue Schmerzen auftauchten."

Es war der 6. Dezember, als die Beschwerden so stark wurden, dass er sich erneut untersuchen lassen musste. Die Diagnose: Durch eine Fehlbelastung hatte sich Flüssigkeit in den Knochen gesammelt. "So bald ich lediglich ein Bein belaste, tut es weh. An Tennis spielen ist daher überhaupt nicht zu denken." Vermutlich bis Anfang Februar wird Michael Kohlmann pausieren müssen. "Betrachten wir es doch mal positiv: Ich habe 13 Profi-Jahre auf dem Buckel und war von schweren Verletzung immer verschont geblieben. Jetzt bin ich wenigstens mal vor der Bundesliga-Saison außer Gefecht gesetzt."

Ans Ende seiner aktiven Karriere denkt der Daviscup-Spieler aber keineswegs: "Ich bin noch nicht so weit aufzugeben. Denn so möchte ich nicht aufhören." Deswegen will sich Michael Kohlmann auch den Weg offen halten, noch einmal für den Solinger TC aufzuschlagen — oder auf eine andere Weise in der Bundesliga-Saison präsent zu sein. Der 32-Jährige hat jedenfalls seine Bereitschaft signalisiert, die Mannschaft zu betreuen, wenn er nicht einsatzfähig sein sollte.

(RP)