Handball: Unkomplizierter Wechsel

Handball: Unkomplizierter Wechsel

Beim Handball-Drittligisten HSV Gräfrath bildet Christine Hermann zusammen mit Sabine Nassenstein das neue Torhüter-Gespann. Die 23-Jährige kann bereits auf einige Jahre Bundesliga-Erfahrung zurückgreifen.

Torhüter kommen im Handball eigentlich erst mit um die 30 in die besten Jahre und haben dann noch einige Spielzeiten auf höchstem Niveau vor sich. Christine Herrmann, die nur "Tini" genannt wird, darf so gesehen mit gerade einmal 23 Jahren einiges erwarten, kann allerdings auch schon auf eine interessante Laufbahn als Keeperin verweisen.

Nach ihrer Jugendzeit bei der HG Remscheid wechselte die Architekturstudentin zum Nachbarn TV Beyeröhde. In Wuppertal absolvierte sie ihr letztes Jahr als A-Jugendliche, um sich schnell zu einer festen Größe im Damen-Team aufzuschwingen. Herrmann gehörte dem Erstliga-Kader an, danach folgten drei Jahre in Liga zwei und zuletzt ein Jahr in der dritten Klasse.

"Das waren vor allem in der Bundesliga ganz tolle Erfahrungen. Irgendwann möchte ich noch einmal dorthin", sagt Herrmann, die Lisa Nettersheim und Steffi Bergmann aus der gemeinsamen Zeit in Beyeröhde noch bestens kennt. Mit der Kreisläuferin lebt die 23-Jährige in Wuppertal derzeit in einer Wohngemeinschaft, so war der Kontakt nach Gräfrath unkompliziert aufgebaut.

Anfrage zum richtigen Zeitpunkt

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"Es gab in Beyeröhde einige Dinge, die nicht so gut gepasst haben. Da kam die Anfrage aus Gräfrath genau richtig." Für beide Seiten erwies sich der Moment der Kontaktaufnahme als genau richtig. Beim HSV bestand frühzeitig Planungssicherheit für die kommende Spielzeit, in der alten Mannschaft musste bis zum Saisonende um die Zugehörigkeit in der Dritten Liga gezittert werden. Bitterer Beigeschmack war ein Daumenbruch, auf der Zielgeraden konnte die leidenschaftliche Radfahrerin nur zuschauen und nicht mit zupacken.

Seit Anfang Juli sind die sportlichen Zelte in Solingen aufgeschlagen. Ein Schritt, der sich für Tini Herrmann schon jetzt gelohnt hat: "In Gräfath ist alles zwar ein wenig kleiner, doch die nette und familiäre Atmosphäre im Verein sowie der Zusammenhalt der Mannschaft passen perfekt." Die Eingewöhnungsphase ist abgeschlossen, und auch sportlich hat die Torfrau ihren Platz gefunden. In den ersten Testspielen hat sie schon mehrfach ihre Leistungsfähigkeit unter Beweis gestellt. Zusammen mit Sabine Nassenstein kann sich Trainerin Michaela Buchheim auf ein zuverlässiges Gespann verlassen.

Vorbild Clara Woltering

Auf die Zielsetzung für die anstehende Runde angesprochen, will sich der Neuzugang mit ihrer neuen Mannschaft in jedem Fall im oberen Drittel der Klasse etablieren. Irgendwann soll noch einmal der Sprung in die Bundesliga gelingen, so wie es ihr Vorbild Clara Woltering auch geschafft hat. Dafür hat Tini Herrmann ja noch einige Jahre Zeit.

(lhep)
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