Eiskunstlauf: Tipps von der Prüferin

Eiskunstlauf: Tipps von der Prüferin

Eiskunstläufer, die die erste oder nächste Wettkampf-Stufe erklimmen wollen, erreichen diese nur durch eine erfolgreich abgelegte Prüfung. Der Nachwuchs des Solinger TB war glänzend vorbereitet: Alle haben bestanden.

Erwartungsvoll und mit skeptischem Blick stehen die zehn Eiskunstläuferinnen vor der Prüferin an der Bande. Die Spannung löst sich, als Kirsten Tillmann strahlend verkündet, dass "ich keine der Urkunden wieder mit nach Hause nehmen muss". Wie zuvor bei den "Figurenläufern" haben auch alle zehn Mädchen im Alter zwischen neun und 15 Jahren ihre Prüfung zur "Kunstläuferin" erfolgreich hinter sich gebracht und die Lizenz zur Teilnahme an den diversen offiziellen Wettkämpfen erhalten.

"Es ist fast wie im Training, weil wir die Schritte, die wir hier zeigen müssen, schon so oft wiederholt haben", sagt Lotte Idelberger kurz vor Beginn der dritten Prüfung ihrer fünfjährigen Eiskunstlauf-Karriere. Von Nervosität ist bei der Zehnjährigen kaum etwas zu merken. Philippe Carouge, Abteilungsleiter des Solinger TB, überrascht das nicht: "Eigentlich muss hier keiner Angst vor dem Durchfallen haben, da wir nur die zur Prüfung zulassen, die im Training die entsprechende Qualität gezeigt haben." Wenn der erste Auftritt vor einem Wertungsrichter nämlich misslinge, könne das für die Zukunft nur von Nachteil sein.

Zu Beginn präsentieren alle Mädchen ihr läuferisches Können. Die Mädchen laufen mal vorwärts, mal rückwärts, die eine oder andere Pirouette wird als Übergang eingestreut – ganz nach Vorgabe der Pflichtelemente. Nach nur fünf Minuten hat Kirsten Tillmann überall ihre Haken gemacht. "So liebe ich das. Wenn alle gut vorbereitet und diszipliniert sind, dann ist so eine Prüfung ein Klacks."

Dann ist es so weit. Unter dem aufmunternden Applaus der anderen Prüflinge werden die Mädchen einzeln auf die Eisfläche gebeten, um ihre knapp dreiminütige Kür zu Musik zu präsentieren. Nun steht Lotte Idelberger dann doch die Anspannung und Konzentration ins Gesicht geschrieben. Nach den ersten Takten und Schritten wird die Zehnjährige lockerer, die geforderten Pflichtelemente bettet sie wie gefordert in ihre Kür ein.

In der Abschlussbesprechung hat Kirsten Tillmann ein besonderes Lob für Lotte Idelberger parat, die als eine der jüngsten Teilnehmerinnen eine hervorragende Kür präsentiert hat: "Die Sitz-Pirouette war wirklich klasse". Noch hatte die Prüferin keine Noten zu verteilen, unter Wettkampfbedingungen hätte sie sicherlich einige Abzüge machen müssen. Hier und da gab es mal einen Wackler, aber gestürzt ist Niemand. Deswegen gab sie den Mädchen einige gute Ratschläge mit auf den Weg: "Zeigt in eurer Kür lieber die Elemente, die ihr beherrscht. Einfache, gut ausgeführte Figuren bringen mehr Punkte als schwierige, die nicht perfekt umgesetzt werden". Im kommenden Winter können die Mädchen die Tipps dank der bestandenen Prüfung in der so genannten 8. Kürklasse umsetzen.

(RP)