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Volleyball: Teuer bezahlter Volleyball-Spaß

Volleyball : Teuer bezahlter Volleyball-Spaß

Mit zwei Siegen gegen die VSG Ammerland und das VI Frankfurt haben sich die Volleys in der Zweiten Liga vom Solinger Publikum verabschiedet.

Für Stefan Windscheif stand nach Spielschluss ein Präsent parat. Zu gerne hätten die Solingen Volleys ihrem Außenangreifer im letzten Heimspiel der Zweitliga-Saison vor Publikum gebührend in den Sand verabschiedet. "Kein anderer Beacher ist so treu wie er", sagt Trainer Helmut Weissenbach über den Leistungsträger, der gestern seinen letzten geplanten Einsatz dieser Spielzeit teuer bezahlte. Gleich in der ersten Aktion knickte Windscheif nach einem Schmetterschlag mit dem Fuß so unglücklich um, dass er noch in der Halle behandelt wurde. Es scheint unwahrscheinlich, dass er in diesem Jahr viele Weltcup-Turniere im Sand wird bestreiten können.

Es dauerte eine ganze Weile bis die Teamkollegen Windscheifs Ausfall gedanklich weggesteckt hatten. Erst in der Endphase des ersten Satzes fingen die Solinger die Youngster vom Volleyball-Internat Frankfurt nach einem zwischenzeitlichen Vier-Punkte-Rückstand ab, um ihn im Schlussspurt mit 25:22 für sich zu entscheiden. Das Resultat gab Rückenwind. Der Tabellendritte erspielte sich bis zur zweiten Technischen Auszeit mit einer kontrollierten Offensive ein sicheres Sieben-Punkte-Polster. Bestes Beispiel für die Präzision der Schläge war Thomas Güßgens gefühlvoller Schlag in den hessischen Doppelblock zum 15:8, bei dem er in der Luft schwebend den Weg des Balles per Einfallswinkel gleich Ausfallswinkel zu berechnen schien. Weil die Konzentration nachließ, konnten die 18- und 19-jährigen Talente in zahlreichen unorthodoxen Ballwechseln mit hohem Unterhaltswert das Ergebnis bis zum 25:22 etwas freundlicher gestalten. Im dritten Durchgang ließen die nun vor Spielfreude sprühenden Gastgeber nichts mehr anbrennen (25:12) – ähnlich wie am Vortrag beim 3:1-Erfolg gegen den Absteiger VSG Ammerland (25:14, 25:10, 20:25, 25:14), bei dem die Solinger unnötig den dritten Satz abgaben. Zu sehr haben sie sich da auf Diskussionen mit der Schiedsrichterin eingelassen und dadurch das Konzept verloren.

Gegen die Frankfurter verzichteten Martin Kern, Marten Weßel, Toni Mester, Daniel Wernitz, Thomas Güßgen und Mats Gerhard sowie Libero Fabian Kohl auf ihren obligatorischen Durchhänger nach der zehnminütigen Pause. Mit hohem Engagement wurde ein Ball nach dem anderen erfolgreich im Spiel gehalten. "So viel fliegende Körper haben wir lange nicht mehr gesehen", freute sich Helmut Weissenbach, der genauso viel Spaß hatte wie seine Spieler.

(RP)