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Handball: „Superman“ Huhnstock

Handball : „Superman“ Huhnstock

Mehrfach führte der Bergische HC gegen den TV Hüttenberg mit drei oder vier Treffern. Am Ende mussten die Löwen froh sein, dass Keeper Mario Huhnstock mit einer filmreifen Parade verhindert hat, dass der Ball zur Niederlage ins leere Tor kullerte.

Das Tor des Bergischen HC war einladend leer. Raimo Wilde hat alles auf eine Karte gesetzt, in seiner Auszeit zwölf Sekunden vor Ende der Begegnung gegen den TV Hüttenberg Keeper Mario Huhnstock auf die Bank beordert, dafür Alexander Oelze mit rotem Leibchen ausgestattet und als weiteren Feldspieler eingewechselt. „Ein bisschen Zocken gehört doch dazu“, wird der Coach des Handball-Zweitligisten später sagen und dabei vor Erleichterung tief durchatmen.

Weil Simon Kluge (Zeitstrafe) und Jens Reinarz (Rote Karte) zu diesem Zeitpunkt nicht mitwirken durften und die Hessen gerade wieder ihren fünften Feldspieler einwechseln durften, wollte Wilde zahlenmäßig ausgleichen. Unter der Gefahr des Zeitspiels spielte Alexander Oelze Jiri Vitek frei, um sofort wieder zurück zur Mannschaftsbank zu laufen. Kein Sekündchen zu spät.

Denn Viteks Wurf wurde abgeblockt, der Ball landete direkt in den Händen von Florian Laudt, der am eigenen Kreis sogleich zum letzten Wurf ansetzte. Jiri Vitek machte seinen Fehlwurf wieder wett, störte Laudt gerade noch rechtzeitig, dass dieser nicht mehr so fest werfen konnte, wie er gewollt hätte. Der Ball verlor an Weite und Geschwindigkeit, flog aber trotzdem zielgenau in Richtung verwaistes BHC-Tor. Den 1250 Zuschauern stockte der Atem, als aus dem Nichts Mario Huhnstock à la „Superman“ auftauchte und den Ball in Höhe der Siebenmeter-Linie gerade noch erwischte und verhinderte, dass dieser zum 31:32 hinter die Linie kullerte.

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Mario Huhnstock, seit der tragischen Verletzung von Ivan Zoubkoff zwischen den Pfosten (8.), war der Garant des Unentschiedens, das nicht hätte sein müssen. In einer von zahlreichen Fehlern geprägten Zweitliga-Partie hatte der Bergische HC mehrmals mit drei oder vier Treffern geführt. Jedes Mal waren die Hüttenberger zurückgekommen. Das letzte Mal beim 24:21 (47.), als alles danach aussah, dass die Löwen den Vorsprung in Überzahl weiter ausbauen würden. Mit einem Mann mehr auf dem Feld zu sein, bedeutete im ersten Heimspiel der Saison jedoch keinen Vorteil – im Gegenteil: Insgesamt gelangen den Hessen acht Treffer in Unterzahl. Zwei davon markierten Andreas Scholz und Andreas Lex zum 23:24, als sie drei katastrophale Fehlpässe in Serie bestraften.

Drei Hinze-Tore zum Ausgleich

Drei Minuten vor Ende lagen die Gäste nach einem abermaligen Unterzahl-Treffer von Andreas Scholz sogar mit 30:28 in Front. Sebastian Hinze rettete anschließend mit drei Toren den 31:31-Ausgleich, den Mario Huhnstock mit drei Glanzparaden verteidigte. Der Torhüter wehrte erst Florian Billeks Wurf (mit Reinarz’ Foul), den daraus resultierenden Siebenmeter von Peter Dettling und eben Florian Laudts finalen Versuch ab.

(RP)