Boxen : Stichtag: 22. November

In Rostock geht für Magdalena Dahlen ihr Traum in Erfüllung: Die Solinger Profiboxerin bestreitet in Rostock erstmals einen Hauptkampf – als Herausforderin von Alesia Graf, der zweifachen Weltmeisterin im Junior-Bantamgewicht.

Als Magdalena Dahlen ihre Karriere als Profiboxerin gestartet hatte, war dem Neuling bereits bewusst gewesen, an wem in ihrer Gewichtsklasse kein Weg vorbei führen wird, wenn sie irgendwann einmal so weit sein sollte, um im Junior-Bantamgewicht um einen Titel zu kämpfen: Alesia Graf.

Ein Duell um eine Europa- oder Weltmeisterschaft war Anfang 2006 noch ganz weit entfernt gewesen, als die Solingerin noch unter ihrem richtigen Namen Magdalena Dalecki in den Ring gestiegen war. So hatte die heute 23-Jährige mit einer gehörigen Portion Respekt von dem damals amtierenden Interkontinental-Champion gesprochen, gegen den sie nun am 22. November in der Stadthalle Rostock in den Ring steigen wird. In einem der Hauptkämpfe des Abends wird Alesia Graf ihre beiden WM-Gürtel der Verbände GBU (Global Boxing Union) und WIBF (Women‘s International Boxing Federation) gegen ihre vier Jahre jüngere Herausforderin verteidigen.

„The Tigress“ gegen „The Beast“ ist ein eher ungewöhnliches Duell in der Boxszene, weil beide Kontrahentinnen vom gleichen Promoter gemanagt werden. Alesia Graf steht bei „Universum“ unter Vertrag, Magdalena Dahlen ebenfalls, gehört aber noch zur Nachwuchsabteilung „spotlight“. Ein bisschen mulmig ist der Solingerin bei dem Gedanken an ihren ersten Titelkampf schon: „Ich hoffe, dass an jenem Abend alles für mich gut ausgehen wird“. Da ist zu einem der Respekt vor der Erfahrung ihrer Gegnerin, die in ihrem Wohnort Stuttgart trainiert. Und da ist zum anderen die Zahl der Runden, die die Wahl-Hamburgerin zum ersten Mal in ihrer Laufbahn als Profiboxerin zu absolvieren hat. Lediglich ihr letztes Duell in Slowenien gegen die Österreicherin Doris Köhler war zumindest auf acht Runden angesetzt gewesen. Am 22. November werden es zehn Runden à zwei Minuten sein.

Grigorian für Silaghi

Als chancenlose Herausforderin sieht sich Magdalena Dahlen keineswegs. „Die Motivation ist da, der Wille auch – sonst bräuchte ich ja auch nicht anzutreten.“ Die Frage nach dem „Was mache ich hier eigentlich“, die sich die Solingerin vor jedem Kampf stellt, werde erst wieder rund 20 Minuten vor dem Einmarsch in den Ring kommen. Derzeit ist sie ganz mit der Vorbereitung auf das stallinterne Duell beschäftigt, zu dem auch eine intensive Video-Analyse gehört. Betreut und unterstützt wird Magdalena Dahlen dabei nicht mehr von Valentin Silaghi, der die Profiboxerin nach Hamburg-Wandsbek geholt hatte. Weil der Coach vermehrt mit Luis Krasniqi in Rottweil arbeitet, übernahm vor kurzem der Ex-Weltmeister Artur Grigorian zwangsläufig das Training, auch weil Magdalena Dahlen ihr Umfeld in der Hansestadt nicht unbedingt verlassen wollte. „Es passt deutlich besser, weil Artur ebenso ein Leichtgewichtler ist.“ So hat sich die anfängliche Notlösung mittlerweile bewährt.

(RP)
Mehr von RP ONLINE