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Sportlerwahl: Stammtisch Volleyball

Sportlerwahl : Stammtisch Volleyball

Aus dem Nichts hat Helmut Weissenbach vor einem Jahr das Zweitliga-Team der Solingen Volleys in der Klingenstadt etabliert. Der als "Trainer der Saison" nominierte Macher stellte eine Mannschaft zusammen, die Spaß und Leidenschaft vermittelte und auf Anhieb Platz drei belegte.

Zeit zum Durchatmen hatte Helmut Weissenbach viele Monate keine. Erst jetzt, ein Jahr nach der Übertragung der Zweitliga-Lizenz von Bayer Leverkusen auf die TSG Solingen Volleys, gibt es für ihn Momente, in denen er genießen kann, was sich entwickelt hat. "Ich würde gerne alles von der Meta-Ebene aus beobachten, bin aber noch zu sehr an der Basis gefordert." Das wiederum hat damit zu tun, dass Helmut Weissenbach keinen Stillstand akzeptiert. Der 45-Jährige ist nicht nur Trainer und Sportlicher Leiter des Zweitliga-Teams, sondern zugleich einer der Köpfe bei der Entwicklung des Gesamtpaketes Volleyball in Solingen.

Nach dem Abschied aus Leverkusen hatte Helmut Weissenbach gehofft, bei seinen Aufgaben als Trainer und Teammanager entlastet zu werden. Frank Henkel nimmt dem zweifachen Familienvater zwar reichlich Arbeit ab, aber auch der Marketing-Beauftragte der Solingen Volleys kann die Lücke nicht schließen. So führt der Coach nach wie vor die Vertragsgespräche mit den Spielern, organisiert die Auswährtsfahrten und den Spielbetrieb. "Das Projekt hat im Umfeld eine Faszination und eine positive Dynamik entwickelt, die uns in die Pflicht nimmt." Zusätzliche Arbeit bedeutete zudem die Gestaltung des Jugendkonzeptes sowie die Zusammenführung der Volleyballer des Ohligser TV, des Turnerbundes und der TSG unter das Dach der Solingen Volleys.

Helmut Weissenbach war zwar optimistisch gewesen, dass das Zweitliga-Team in der Klingenstadt Fuß fassen würde. Die Skepsis allerdings blieb, ob sich das Interesse für etwas Neues halten würde. Im November jedoch wusste der selbstständige Diplom-Kaufmann, dass er sich keine Sorgen mehr machen musste. "Wir hatten eine Reihe von Doppelspieltagen, und jeweils an beiden Tagen sind um die 300 Zuschauer in die Halle gekommen. Dieser Zuspruch hat uns gezeigt, dass die Volleys in Solingen angekommen waren." Ab da sei es nur noch um den letzten Feinschliff gegangen. Weissenbach hatte ein glückliches Händchen bewiesen bei der Zusammenstellung seines Kaders. Alle Spieler gingen mit Leidenschaft und viel Spaß zu Werke, was sich auf die Ränge übertragen hat. "Die Leistungen haben gestimmt, und unsere Heimspiele sind zu einem Event geworden. Damit sind alle Träume in Erfüllung gegangen", resümiert der als "Trainer der Saison 2011/12" nominierte Weissenbach.

15 bis 20 Stunden in der Woche investiert der Volleys-Macher für seinen Sport. Während der Saison ist er auch noch dann aktiv, wenn seine Frau sowie sein fünfjähriger Sohn und seine achtjährige Tochter schon im Bett liegen. Die Videoanalysen des nächsten Gegners erfolgt meist in den ersten zwei Stunden nach Mitternacht. "Das Familienleben funktioniert nur deswegen, weil sich alle Freunde und Bekannte mit dem Projekt in allen Facetten identifizieren und den Erfolg auf allen Ebenen genießen", sagt Weissenbach. Ein Heimspieltag gerät somit zum Stammtisch, weil alle dabei sind und anpacken. "Das familiäre Flair ist unser großer Vorteil" und Weissenbachs Motivation, noch viel mehr bei den Volleys zu bewegen. Die Zweite Liga soll keine Endstation sein.

(RP)