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Fußball: Sportring am Boden – VfB feiert

Fußball : Sportring am Boden – VfB feiert

So brutal kann Fußball sein. Im Stadtderby der Bezirksliga gibt der vom Abstieg bedrohte Sportring 85/90 beim VfB Solingen fast mit dem Schlusspfiff einen Punktgewinn aus der Hand.

Erst in der zweiten Halbzeit nahm das Stadtderby der Fußball-Bezirksliga zwischen dem VfB Solingen und dem Sportring 80/95 Fahrt auf. Waren die ersten 45 Minuten am Bavert spielerisch sehr enttäuschend und ohne Höhepunkte verlaufen, begannen beide Mannschaften den zweiten Abschnitt um einige Stufen engagierter und temporeicher. Was auch am Sportring lag, der nun seine Defensive etwas lockerte und ebenfalls die eine oder andere Offensivaktion startete. Doch die ersten Tormöglichkeiten hatten die Gastgeber. Erst scheiterte der eingewechselte Mahir Aggül (49.) mit einem Kopfball am glänzend parierenden Sportring-Keeper Gregor Schatton. Wenige Sekunden später brachte Davide Lo Martire (50.) das Kunststück fertig, frei aufs Tor zulaufend die Kugel neben den Pfosten zu setzen.

Das war es aber auch schon vonseiten des VfB, denn anschließend drehten die Gäste auf. Der überragend spielende Georgios Pournaras (51.) hatte nach einer Flanke von Fabio Coupatras die erste Hundertprozentige auf dem Kopf, doch er verfehlte sein Ziel. Eine Minute darauf setzte Aydin Bagbasi die Kugel neben das Tor.

Glück hatte der VfB auch in der 67. Minute. Nach einem taktischen Foul des bereits mit Gelb verwarnten Rossi Tilaro ließ der Unparteiische zum Ärger des Sportrings die Karte stecken. Kurz darauf rettete Trainer Uwe Rütjes seinen Innenverteidiger vor einem möglichen Platzverweis mit einer Auswechslung. Das Spiel verlief jetzt völlig offen, beide Teams hatten ihre Möglichkeiten. Nachdem Mario Papini (71./72.) zwei gute Chancen nicht hatten nutzen können, sorgte Pournaras (82.) mit einem tollen Solo für die Führung des Sportrings.

Die zweite Halbzeit hatte bei den Gästen sichtlich Kraft gekostet, denn in der anschließenden Druckphase des VfB verlor der Sportring in der Defensive jegliche Ordnung. So kam, was kommen musste: Der eingewechselte Geoffrey Reich setzte sich auf der rechten Seite durch, seine Flanke fand in der Mitte Papini, und der drückte den Ball zum Ausgleich über die Linie (85.). Stehend K.o. konnte die Elf von Jörg Fischer kaum mehr noch die Aktionen des VfB entscheidend stören. Und die Aufholjagd der Baverter wurde belohnt: Aus 16 Metern zog Marcel Kober ab, und der Ball zappelte zum 2:1 im Sportring-Netz (90.).

"Wir hätten mindestens einen Punkt verdient gehabt", ärgerte sich Jörg Fischer. "In den ersten 45 Minuten haben wir alles vermissen lassen. Aber Hut ab, dass die Mannschaft nach dem Rückstand alles versucht hat", erklärte dessen Trainerkollege Uwe Rütjes.

(RP)