Handball Spitzenposition ohne Zutun gefestigt

Es hat eine Sekunde gefehlt – und der Bergische HC hätte womöglich in einer Woche den nie für möglich gehaltenen Angriff auf die Tabellenspitze der 2. Handball-Bundesliga Süd starten können. Ben Schütte war es, der TuSEM Essen am Mittwochabend im Spitzenspiel bei Bayer Dormagen ein Unentschieden bescherte, das seine Teamkollegen wie den Gewinn der Meisterschaft feierten. Nicht ein einziges Mal hatte das Team um den Ex-Solinger Keeper Gerrie Eylers in Führung gelegen. Nur drei Mal stand es überhaupt Remis, was den Essener reichte, mit dem 28:28 einen Punkt zu entführen. Dabei hatte die Mannschaft von Kai Wandschneider zwei Minuten nach dem Wechsel in doppelter Überzahl sogar schon mit 15:10 geführt, als Kaluzinski wegen Meckerns eine Zeitstrafe absaß und sich eine Bankstrafe angeschlossen hatte.

Aus Dormagener Sicht bedeutet das Ergebnis wohl die bittere Erkenntnis, dass der Werksklub nun kaum noch Chancen besitzt, auf direktem Weg ins Handball-Oberhaus aufzusteigen. Aus Sicht des Bergischen HC – auch wenn keiner der Verantwortlichen vom Ziel Erstliga-Aufstieg spricht – hätte der Spieltag unter der Woche kaum besser verlaufen können. Nach der 24:25-Niederlage der HG Oftersheim/Schwetzingen in Obernburg, den Punkteteilungen des TV Willstätt-Ortenau gegen Hüttenberg sowie Dormagen gegen Essen (jeweils 28:28) haben die Löwen ihre Stellung als Top-Team der Zweiten Liga Süd ohne ihr Zutun gefestigt. Drei Punkte Rückstand auf Spitzenreiter TuSEM Essen, zwei Zähler Vorsprung auf den Dritten Bayer Dormagen sowie drei beziehungsweise vier Minuspunkte weniger als Hüttenberg und Willstätt – spätestens am 23. März weiß der Fusionsklub, ob er auch weiterhin die Nummer Zwei im Süden bleiben wird.

An diesem Spieltag aber hat der Tabellenzweite gegenüber der Konkurrenz die vermeintlich schwerste Aufgabe zu bewältigen. Bei der SG HBR Ludwigsburg, dem heimstarken Tabellendritten, der in der Rundsporthalle bislang lediglich einen Punkt abgegeben hat, gilt es, die Erfolgsserie fortzuführen. Schon im Hinspiel hatte sich die Gregorz-Truppe schwer getan, als sie sich gegen die Schwaben nur mit 25:23 durchsetzte. Drei Treffer hatte damals Christoph Hinz für die Ludwigsburger erzielt, der allerdings nicht mehr zum Kader des Tabellensechsten gehört. Der 27-Jährige schloss sich in der Winterpause dem TV Bittenfeld an.

2. Handball-Bundesliga: SG HBR Ludwigsburg – Bergischer HC (Samstag, 19.30 Uhr, Rundsporthalle).

(RP)