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Fußball: Spielbetrieb der Union-Jugend ist gesichert

Fußball : Spielbetrieb der Union-Jugend ist gesichert

Nur einer der vielen Gläubiger des insolventen 1. FC Union Solingen hatte gestern morgen den Weg ins Wuppertaler Amtsgericht zur Gläubigerversammlung gefunden: Michael Welling. Das ehemalige Vorstandsmitglied forderte dazu auf, alles daranzusetzen, den Traditionsverein zu retten. Dafür wäre er sogar bereit, eine Null-Quote zu akzeptieren, also auf seine Forderungen zu verzichten. Insgesamt haben Gläubiger der Union beim Wuppertaler Insolvenzverwalter Stefan Hahn 870 000 Euro an Forderungen angemeldet.

Entschieden wurde gestern auch über die Zukunft der Jugendabteilung. Das Gericht beschloss auf Antrag des Insolvenzverwalters, dass der Verein den Spielbetrieb aufrechterhalten darf – allerdings erst einmal nur bis zum 30. Juni. Für die Zeit danach sieht die Zukunft allerdings düster aus. Nicht nur müssten zum Erhalt der Union alle Gläubiger eine Null- oder Miniquote zustimmen, sondern dem Gericht muss dafür auch ein tragfähiges Konzept vorgelegt werden – das auch die Finanzierung eines Spielbetriebs beinhaltet. Eine Frist von knapp vier Wochen hat der Vorstand der Union vom Gericht erhalten, solch ein Konzept zusammen mit dem Insolvenzverwalter zu entwickeln.

André Altmann, der von Vorstandsmitglied Uwe Zindel kommissarisch in den Vorstand berufen wurde, sieht nach der gestrigen Gläubigerversammlung verstärkt Handlungsbedarf: "So wie ich die Sache einschätze, läuft es wahrscheinlich auf eine Herausnahme der Jugendabteilung aus dem Gesamtverein hinaus." Eine Möglichkeit wäre – bei Beibehaltung aller Spielklassen – der Anschluss der Abteilung an einen anderen Verein. Und da spielt nicht nur der OFC Solingen eine Rolle, der sich als Nachfolgeclub der Union versteht. "Alternativen sind vorhanden, die für die Kinder und Jugendlichen bessere Perspektiven bieten, als die bereits diskutierte Lösung." Mit dieser "diskutierten Lösung" meint Altmann – ohne den Namen auszusprechen – natürlich den OFC.

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Auch Stefan Hahn geht seit gestern verstärkt von einer Herauslösung der Jugendabteilung aus dem Verein aus. "Entscheidend wird sein, wie gut aufgestellt der aufnehmende Verein ist", möchte der Insolvenzverwalter den Kindern und Jugendlichen der Union sportliche eine Perspektive bieten. Die Entscheidung, welchem Verein sich die Jugendabteilung anschließen wird, fällt Hahn. "Natürlich können auch die Mitglieder ein Votum abgeben, aber gegenüber dem Fußball-Verband unterschreiben muss ich."

Erste Aprilwoche

Zwar hat das Amtsgericht dem Verein eine Frist von vier Wochen gegeben, doch erwartet Hahn ein schnelleres Vorgehen der Verantwortlichen. "Ich denke, dass wir noch vor den Osterferien eine abschließende Entscheidung haben werden. Vielleicht schon in der ersten Aprilwoche", zeigt sich Hahn optimistisch.

(RP)