Baseball: Solingen Alligators spielen das Stadion leer

Baseball : Solingen Alligators spielen das Stadion leer

Das Bundesliga-Baseballer von Norman Eberhardt stehen kurz davor, die Regensburg Legionäre als Deutschen Meister zu entthronen.

Die Alligators sind dabei, deutsche Baseball-Geschichte zu schreiben. Vier Mal in Folge sind die Regensburg Legionäre von 2010 bis 2013 Deutscher Meister geworden. Jetzt steht das Team aus der Oberpfalz kurz vor dem Aus im Playoff-Halbfinale. Die Solinger gewannen die ersten beiden Partien der Best-of-Five Serie mit 5:1 und 9:2 und haben damit am kommenden Wochenende drei Matchbälle am heimischen Weyersberg. Derartig demontiert worden, wie von den Alligators, sind die Regensburger schon lange nicht mehr.

Als Markus Stryczek im dritten Durchgang des zweiten Spiels einen mächtigen Homerun über den Zaun im linken Außenfeld schlug und damit den 3:1-Vorsprung auf 5:1 erhöhte, war für das Publikum in der Armin-Wolf-Arena der Spaß vorbei. Die Alligators fungierten in Regensburg als Stimmungstöter. Der einsetzende Regen erledigte den Rest und trieb während der kurzen Spielunterbrechung die meisten der heimischen Fans nach Hause. "Guck mal, wir haben das Stadion schon leer gespielt", flachste Alligators-Trainer Norman Eberhardt.

Die Laune könnte kaum besser sein bei den Solingern. Seit Jahren wünscht sich die Mannschaft in den Playoffs eine solch dominante Leistung gegen eines der besten Teams in Deutschland. Und tatsächlich gelang der Truppe in der Oberpfalz fast alles. Nur in ein paar Durchgängen war, ob der hohen Führung, ein wenig die Luft raus - was der Coach freilich im Anschluss kritisierte. Doch während es eng zuging, hätte das Team offensiv und defensiv wohl nicht besser spielen können.

Es fing im ersten Spiel an mit einem überragenden Harry Glynne auf dem Wurfhügel der Alligators. Der US-Amerikaner mit deutschem Pass zeigte im bislang wichtigsten Spiel des Jahres seine beste Saisonleistung. Hart erwischt haben ihn die Legionäre während der gesamten ersten Partie kein einziges Mal. Unterstützt wurde Glynne von einer starken Feldverteidigung.

Die funktionierte beim amtierenden Deutschen Meister nicht ganz so gut. Die Legionäre verpassten im ersten Spiel ein Double-Play (zwei Läufer werden im gleichen Spielzug ausgemacht), und Ludwig Glaser rutschte ein Ball von Moritz Buttgereit unter dem Handschuh hindurch. Besonders entscheidend war aber ein verpasster Fang von Philipp Howard im Centerfield. Julian Steinberg hatte die Kugel hart erwischt. Howard verfehlte den Fang zum dritten Aus um Handschuhbereite - die Alligators erhöhten damit von 1:0 auf 3:0.

Alle drei Spielzüge gehören im Baseball nicht zur Pflicht. Doch auf dem hohen Level hätten die Regensburger sie benötigt, um gegen die Solinger eine Chance zu haben. Umgedreht leisteten sich die Bergischen schließlich kaum Nachlässigkeiten wie diese. Nach dem 3:0 war die erste Begegnung so gut wie entschieden - zu sicher agierte Harry Glynne, zu geschickt versicherten die Solingen Alligators ihren Erfolg mit weiteren Punkten durch Dominik Wulf, Dustin Hughes und Daniel Sanchez.

(trd)
Mehr von RP ONLINE