Fußball : So machen es andere

Der Plan des Fußballverbandes Niederrhein (FVN), sein Gebiet von 14 auf 8 Kreise zu reduzieren, erntet viel Kritik bei der eigenen Basis. Ein Blick über den Tellerrand zeigt: In Westfalen ist die Reformidee des FLVW eine andere.

Der Fußballverband Niederrhein (FVN) ist nicht der einzige Landesverband in Nordrhein-Westfalen, der derzeit eine umfassende Strukturreform auf den Weg bringen will. Der Fußball- und Leichtathletikverband Westfalen (FLVW) befindet sich in der gleichen Situation.

Ein Blick auf die Vorgehensweise beider Verbände in dieser Thematik fördert jedoch einen zentralen Unterschied zu Tage. So ging der FLVW hin und informierte seine Basis in 17 Bezirks- und Lokalkonferenzen über die groben Planungen der Strukturreform, nahm von den Kreisen und Vereinen dort Kritik und Änderungsvorschläge auf und setzte all das schließlich im Juni 2010 in dem verbandseigenen Fußballentwicklungsplan "Fußball in Westfalen — Fit für die Zukunft" um.

Der FVN seinerseits setzte eine Lenkungsgruppe ein, die eine Strukturreform ausarbeiten sollte und will nun in der Folge auf vier Regionalkonferenzen die Basis über die Details des Vorhabens informieren.

"Kreise bilden Firewall"

Aus 33 Fußballkreisen besteht das FLVW-Gebiet momentan. Eine zuständige Arbeitsgruppe soll nun auf Basis des Fußballentwicklungsplanes die Reduzierung auf 22 bis 24 vorantreiben, wie Gundolf Walaschewski, Leiter der Arbeitsgruppe Fußballentwicklungsplan, berichtet. Er spricht weiter von einer "politisch brisanten Diskussion" und davon, dass in den Kreisen natürlich gegen eine Neustrukturierung "mobil gemacht" werde. Dinge, die auch in FVN-Landen bekannt sind.

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"Deswegen haben wir in die Arbeitsgruppe bewusst auch Vereinsvertreter aufgenommen", sagt Walaschewski. Man müsse direkt mit den Vereinen reden. Das sei der einzige Weg. "Ich habe das Gefühl, dass die Kreisvorsitzenden eine Art Firewall vor unsere Informationen aufbauen und diese gar nicht weiterleiten", sagt Walaschewski. Wenn man aber mit der Basis direkt sprechen könne, bekomme man auf einmal völlig andere Reaktionen zu hören.

Im Herbst dieses Jahres will die westfälische Arbeitsgruppe eine diskussionsfähige Vorlage erarbeitet haben, 2012 solle dann eine umfangreiche Infokampagne für die Vereine erfolgen, sagt Walaschewski. Ende 2012 soll dann auf einem außerordentlichen Verbandstag die Reform mit einer Satzungsänderung verankert werden. Zumindest in diesem anvisierten Datum trifft der Weg der Westfalen dann auch wieder den des FVN.

"Auf alles eine Antwort"

Bevor der Fußballverband Mittelrhein (FVM) mit seiner Strukturreform und der Reduzierung von 16 auf 9 Kreise erfolgreich war, hatte er zwei erfolglose Versuche hinter sich. Diese hätten sich einzig mit der Neugestaltung des Gebietes beschäftigt, sagt Norbert Wetzelaer, damals in der zuständigen Reformkommission des FVM.

Erst als die Arbeitsgruppe ein Gesamtkonzept erarbeitete, in dem es neben der Struktur auch um eine Reform bei der Ausbildung oder beim Spielbetrieb ging, stimmten die Kreise und Vereine den Vorschlägen zu. "Wichtig war, dass wir das Konzept gut vorbereitet und im Prinzip auf alles eine plausible Antwort hatten", sagt Wetzelaer.

(RP)