Boxen : Sie wollte nur boxen

Nach achtmonatiger Pause ist Magdalena Dahlen in der Stuttgarter Porsche-Arena in den Ring zurückgekehrt. Unmittelbar vor dem WM-Kampf von Felix Sturm feierte die Solingerin den vierten Sieg ihrer Profikarriere.

Zwei Tage lang war Magdalena Dahlen nicht ansprechbar. Nach ihrer Rückkehr aus Stuttgart hat die 22-Jährige nur noch geschlafen und sich von dem ganzen positiven Stress rund um den ersten Profikampf für ihren neuen Arbeitgeber Universum erholt. "Ich habe nur noch geschlafen." Pressekonferenzen, Training, Vertragsunterzeichnung Fotoshooting und dann der Kampf gegen die Bulgarin Albena Atseva vor knapp 4000 Zuschauern — das alles waren viele Eindrücke, die die Solingerin zu verarbeiten hatte.

Während sich Magdalena Dahlen in Stuttgart und Ludwigsburg auf ihren Kampf im Junior-Bantamgewicht vorbereitet hatte, verhandelte Universum noch über die Ablösesumme und bemühte sich um die Auflösung des alten Vertrages mit dem Krefelder "South Side Boxing Gym", in dem die Studentin ihre Profikarriere begonnen hatte. "Leider ist der Wechsel nicht im Guten vollzogen worden, so wie ich es mir erhofft hatte", sagt die Boxerin, die in Stuttgart auf ihre Weise einen Neuanfang gestartet hat. Für ihren Einmarsch in die Arena hat sich Magdalena Dahlen einen neuen Song ausgesucht: "Hurricane" von den Scorpions.

Von ihrem Einmarsch und den ersten beiden Runden hat Magdalena Dahlen nicht viel mitbekommen. Unmittelbar vor dem WM-Fight von Felix Sturm gegen Noe Tulio Gonzalez Alcoba durfte die Solingerin im vorletzten Kampf des Abends in den Ring steigen. Dementsprechend gut gefüllt waren bereits die Tribünen in der Stuttgarter Porsche-Arena. "Das war eine Herausforderung, vor so vielen Menschen rauszugehen", erzählt sie mit Begeisterung.

Die Ruhe, die sie insbesondere bei ihren letzten beiden Auftritten ausgezeichnet haben, war verschwunden. Kein Wunder nach einer achtmonatigen Wettkampf-Pause. Die Atmosphäre, die fehlende Praxis und der Gedanke, es ihrem neuen Arbeitgeber beweisen zu müssen, dass sie gut boxen kann, haben Magdalena Dahlen anfangs abgelenkt. "Ich weiß gar nicht, ob ich in den ersten beiden Runden tatsächlich Technik gezeigt habe. Ich war so nervös, ich wollte nur boxen."

Ende der zweiten Runde gelang ihr gegen Albena Atseva der erste Treffer, und der Gong rettete ihre Gegnerin vor weiteren Schlägen. Mit der ersten Erschöpfung und guten war die Nervosität verschwunden. In dem einseitigen Duell gingen in der dritten der vier angesetzten Runde drei Linke zu Nase durch, so dass sich der Ringrichter gezwungen sah, den Kampf mit technischem K.o. vorzeitig zu beenden.

Nächster Kampf am 21. Juli

Zeit zum Erholen bleibt kaum. Am Montag kehrt Magdalena Dahlen nach Hamburg zurück, um sich mit ihren Coach Valentin Silaghi auf den nächsten Kampf am 21. Juli in Hattenheim vorzubereiten. Die nächste große Herausforderung folgt am 7. September, wenn in Köln im Rahmen der "Pro 7-Fight Night" auch noch Fernsehkameras auf die 22-Jährige gerichtet sind.

(RP)