Handball: Saarländische Angriffspotenz

Handball: Saarländische Angriffspotenz

Das eine Spitzenspiel hat der Bergische HC hinter sich gebracht, das nächste folgt kommende Woche bei der TSG Friesenheim. Dazwischen steht morgen die unangenehme Pflichtaufgabe gegen die HG Saarlouis an.

"Nichts passiert", lautet das nüchterne Fazit aus Sicht des Bergischen HC nach dem bisherigen Höhepunkt dieser Saison. Nach dem 22:22-Remis im Topspiel der 2. Handball-Bundesliga Süd gegen den TV Bittenfeld in der nahezu ausverkauften Stuttgarter Porsche-Arena trennt das Team von Trainer Ha De Schmitz weiterhin ein Punkt von Tabellenplatz zwei – auch wenn sich wieder der TV Hüttenberg dazwischen geschoben hat. "Es hätte ja auch viel schlimmer können." Schmitz gibt zu, dass er vorher nicht gedacht hätte, dass es auch ohne Jiri Vitek so gut laufen würde.

In Spiel zwei ohne den am Wurfarm verletzten Torjäger können die Löwen nicht mehr auf den Überraschungseffekt bauen. In Stuttgart hatte Bittenfelds Coach Günter Schweikardt erst in der Pause auf Viteks Ausfall taktisch reagiert. "Gegen Saarlouis müssen wir uns von Anfang an darauf einstellen, dass sie versuchen werden, Kenneth Klev mit einer Manndeckung aus dem Spiel zu nehmen." Ha De Schmitz würde es umgekehrt genauso machen. Andererseits habe man auch bei den Löwen jetzt eine Woche Zeit gehabt, offensive Gegenmittel zu entwickeln.

Ha De Schmitz bleibt gewohnt gelassen, zumal sich in dieser schwierigen Situation ausgerechnet die HG Saarlouis in der Bayerhalle vorstellt. Keine andere Mannschaft im Zweitliga-Süden hat derart viele Tore kassiert wie der Aufsteiger. "Die Mannschaft ist nicht so deckungsorientiert", sagt Schmitz über den morgigen Gegner, der das Hinspiel mit 35:32 für sich entschieden hatte.

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Schlechte Erinnerungen an Grgic

Auf der anderen Seite hat bislang kein anderes Team als Saarlouis die 800 Tore-Marke geknackt. "Deswegen ist die Mannschaft so schwer zu fassen." Der Löwen-Coach zeigt sich überrascht von der saarländischen Angriffspotenz. "Auf Spielzüge müssen wir uns taktisch kaum einstellen." Das Team von Trainer André Gulbicki spiele nach dem jugoslawischen Prinzip: Einer macht eine Auftakthandlung und dann passiert irgendetwas intuitiv. Initiatoren sind in erster Linie Daniel Fontaine und Danijel Grgic. Letzteren hatten die Bergischen im Hinspiel überhaupt nicht in den Griff bekommen. Zehn Feldtore und acht Siebenmeter waren die Ausbeute des Mittelmanns. Schmitz' hartes Urteil nach dem Studium des Videos: "Die Deckung gegen ihn war katastrophal. Das grenzte schon an Arbeitsverweigerung".

Die Pflichtaufgabe gegen Saarlouis eine Woche vor dem nächsten Spitzenspiel am kommenden Sonntag in Friesenheim will Ha De Schmitz womöglich abermals dazu nutzen, das eine oder andere Experiment zu starten. "Das Risiko muss man gehen." Wenn man nichts probiere, fehle in wichtigen Moment das Repertoire.

(RP)
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