Fußball : Rückgang der Gewalt

Andreas Scheller ist Mitglied der noch jungen Arbeitsgruppe „Gewaltprävention und Konfliktbewältigung“ und vertritt damit als einziger den Solinger Fußballkreis beim Verband.

Gewalt und Fußball – das passt gar nicht zusammen. Oder besser: Das sollte nicht zusammenpassen. Leider ist es in den vergangenen Wochen und Monaten aber wieder vermehrt zu Gewaltszenen gekommen. Nicht nur unter Akteuren wie etwa bei der Begegnung Inter Mailand gegen den FC Valencia, sondern auch abseits des Platzes zwischen so genannten Fans wie etwa vor wenigen Tagen am Rande der Partie Manchester United gegen den AS Rom. In beiden Fällen handelt es sich um ein Champions-League-Spiel, also einem Match der europäischen Königsklasse. Und wie sieht es in den Fußball-Niederungen aus? Ist die Lage im Amateurfußball ähnlich dramatisch wie im bestbezahlten Profifußball?

Andreas Scheller vertritt den Solinger Fußballkreis in der Arbeitsgruppe „Gewaltprävention und Konfliktbewältigung“ des Fußballverbandes Niederrhein (FVN). Die Arbeitsgruppe war Ende vergangenen Jahres ins Leben gerufen worden, um der vermehrten Gewalt im Senioren-, aber auch im Jugendbereich entgegenzuwirken. Scheller: „Meines Erachtens hat die offensivere Vorgehensweise des Verbandes bereits Wirkung gezeigt. Das Gespräch mit den Vereinen wird gesucht, Aktionen durchgeführt. Die Gewalt auf Fußballplätzen ist zumindest im Solinger Fußballkreis in den vergangenen Monaten zurückgegangen“, meint er.

Nie ganz auszuschließen

„Auch wenn wir weit von ostdeutschen Verhältnissen entfernt sind“, sagt FVN-Pressesprecher Guido Danek, seien Handgreiflichkeiten oder ähnliche Vorfälle aber nie ganz auszuschließen. Zwei ganz aktuelle Beispiele: Die Niederrheinligisten VfB Solingen (B-Jugend) und Union Solingen (C-Jugend) sind kürzlich wegen Ausschreitungen von der Verbandsspruchkammer zu herben Strafen verdonnert worden – sprich: Spielersperre und empfindliche Geldbußen.

Noch sind solche Ergebnisse von Verhandlungen und viele weitere Informationen rund ums Fußballgeschehen im niederrheinischen Verband nachzuschlagen in den „Amtlichen Mitteilungen“, zu deren Abonnentenkreis in erster Linie Vereine zählen. „Bald werden diese Amtlichen Mitteilungen aber nur noch im Internet abrufbar sein. Eine erste Schulung hat bereits stattgefunden“, erzählt Andreas Scheller – und er muss es wissen. Schließlich ist der 43-Jährige nicht nur für die Arbeitsgruppe „Gewaltprävention und Konfliktbewältigung“ aktiv, sondern seit rund zwei Jahren auch verantwortlich für die Pflege der Internetseite des Solinger Fußballkreises. Hier sind Hintergrundinformationen und ausführliche Berichte nachzulesen. „Etwa eine halbe Stunde verbringe ich täglich mit der Pflege des Internetauftritts“, sagt Scheller, der ein privates Interesse an Computern und dem World Wide Web hat und deshalb für diesen ehrenamtlichen Job am ehesten in Frage kam. Die Gestaltung des Auftritts ist bei allen 14 Fußballkreisen des FVN gleich.

www.kreis2.fvn.de

(RP)