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Baseball: Robin Drache wirft bei den Alligators hin

Baseball : Robin Drache wirft bei den Alligators hin

Das Eigengewächs des Deutschen Baseball-Meisters verlässt den Klub, weil er zu wenig Spielanteile fürchtet. Co-Trainer Mehmet Alkan geht aus privaten Gründen.

Das vierte Finalspiel war der Höhepunkt seiner Karriere. Aus dem Nichts erzielte Robin Drache den entscheidenden Homerun zum 2:1-Erfolg für die Solingen Alligators und machte seinen Klub damit zum Deutschen Meister 2014. Doch die Geschichte endet vorerst an diesem Sommertag in Heidenheim. Das Solinger Eigengewächs hat die Brocken hingeworfen. Für zumindest ein Jahr will der 24-Jährige aussetzen - weil ihm die Konkurrenz auf seiner Position zu groß wurde.

"Robin hat um eine Rolle in der Mannschaft gebeten, die ich ihm nicht versprechen konnte", erläutert Trainer Norman Eberhardt. "Deshalb hat er sich entschlossen, nicht mehr für uns zu spielen. Das war allein seine Entscheidung." Dem Vernehmen nach soll es zwar schon während der vergangenen Saison das eine oder andere Mal zu Problemen gekommen sein, doch letztendlich bestätigt Drache die Darstellung des Solinger Coachs: "Ich wollte wissen, wie meine Aufgabe in dieser Saison ist. Aus der Antwort konnte ich herausfilten, dass ich nicht spielen werde." Diese Annahme sieht Drache mit der Verpflichtung von zwei Personalien bestärkt: Nils Hartkopf und Sascha Brockmeyer spielen beide im Infield, wo der Solinger gerne an der ersten Base auflaufen würde.

"Ich verstehe, dass niemand eine Spielgarantie bekommt", erläutert Drache. "Aber ich denke, ich habe eine Position erreicht, in der ich auch mal meine Vorstellungen darlegen kann." Einsätze auf der Position des Designated Hitters, also dem Baseballer, der ausschließlich am Schlag antritt, würden ihm nicht genügen. "Ich will auch im Feld spielen. Deshalb habe ich, nach langem hin und her überlegen, die Entscheidung getroffen, 2015 nicht aufzulaufen." Private Gründe seien ebenfalls hinzugekommen. "Schade ist es aber, weil ich mich ja über Jahre in die Bundesliga-Mannschaft gekämpft habe." Und so ganz will der seit 2001 aktive Allrounder auch nicht Feierabend machen. "Wer weiß, vielleicht finde ich ja im kommenden Jahr wieder die Motivation, mit Baseball anzufangen - auch wenn es dann erst mal nur in der Zweiten Mannschaft sein sollte."

Einen weiteren Rückschlag musste Norman Eberhardt auf der Position seines Assistenztrainers in Kauf nehmen. Mehmet Alkan hat mit sofortiger Wirkung alle seine Aufgaben bei den Alligators niedergelegt. Das betrifft nicht nur die Bundesliga-Mannschaft, sondern vor allem den Nachwuchs, den er komplett organisiert hat. 2014 wurde er zudem mit dem Jugendteam Deutscher Meister. Alkan gibt private Gründe für den radikalen Schnitt an. "Für mich ist Mehmet ein ganz herber Verlust", hadert Eberhardt. "Sein Anteil an unserem Erfolg war in den vergangenen beiden Jahren enorm. Jetzt muss ich mir einen neuen Assistenten suchen."

Diesen könnte der Trainer bereits durch einen Zufall gefunden haben. Derek Kelly ist ein US-Amerikaner mit österreichischem Pass, der in Düsseldorf beim amerikanischen Konsulat arbeitet und in der Region einen geeigneten Baseballverein sucht. "Noch ist nichts spruchreif, aber wir werden uns am Sonntag mit ihm treffen", meint Eberhardt. Die Hoffnung ist groß, schließlich hat Kelly mit 33 Jahren genug Erfahrung und will wohl auch noch hin und wieder selbst als Pitcher auf dem Wurfhügel stehen.

(trd)