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Handball: Reinarz’ Motivationsschub

Handball : Reinarz’ Motivationsschub

Es dauerte knapp 39 Minuten, bis sich die Spieler des Handball-Zweitligisten Bergischer HC ihre Sicherheit im Angriffsspiel erarbeitet hatten. Fortan wurden gegen den TV Kirchzell die Tore herausgespielt, das Überzahlspiel funktionierte, und Igor Tchoumak wurde zum sicheren Rückhalt.

Da waren sie wieder, diese Unkonzentriertheiten, mit denen sich die Spieler des Bergischen HC ihr Handball-Leben seit wenigen Spieltagen schwer machen: vergebene Siebenmeter (Alexander Oelze), unglückliche Aktionen zwischen den Pfosten (Stefan Nippes), überhastetes Einleiten von Tempogegenstößen (Kim Neuenhofen auf Tim Mullens) oder erfolglos abgeschlossene Schnellangriffe (Sebastian Hinze und Alexander Oelze) – und das alles in den ersten zwölf Minuten. Folgerichtig lief der Zweitliga-Vierte gegen den Abstiegskandidaten TV Kirchzell einem 3:7-Rückstand hinterher. Norbert Gregorz hatte bereits reagiert, Jens Reinarz nach einem misslungenen Trickwurf vom Feld genommen und Igor Tchoumak für Stefan Nippes ins Tor beordert.

Plötzlich ging alles ganz schnell: In nur 121 Sekunden schafften Sebastian Hinze (2) und Alexander Oelze das, wofür Jens Reinarz und Kim Neuenhofen (2) 13 Minuten benötigt hatten – drei Tore zu erzielen. Mit dem Zwischenspurt zum 6:7 (16.) schienen die Löwen den geplanten Weg des Favoriten eingeschlagen zu haben. Der Ausgleich aber wollte erst acht Sekunden vor dem Halbzeit-Signal fallen. Die Fehler-Quote im Angriff war wie in den Partien zuvor hoch, aus dem Spiel in Überzahl konnten die Bergischen kein Kapital schlagen.

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Rund 20 Minuten hatte Trainer Norbert Gregorz Jens Reinarz in der ersten Halbzeit auf der Bank schmoren lassen. Eine ungewohnte Situation, die der Nummer Eins auf der Linksaußen-Position einen Motivationsschub verliehen hatte. Zwar setzte Reinarz nach seiner Rückkehr die erste Aktion an den Pfosten, doch danach war jeder Wurf ein Treffer. Neben Alexander Oelze und Simon Kluge war Reinarz mit seinen drei Toren daran beteiligt, dass sich die Mannschaft mit der 19:16-Führung nach neun Minuten der zweiten Halbzeit das Gefühl von Sicherheit erarbeitet hatte.

Das hatte sogar Auswirkung auf die Überzahl-Situationen. Als Thomas Hess nach einer unberechtigten Zeitstrafe auf der Bank Platz nehmen musste, demonstrierten die Bergischen nun, wie man mit einem Mann mehr zum Erfolg kommen kann: Der starke Alexander Oelze nach einem Tempogegenstoß und Christoph Krosch mit einem schön heraus gespielten Treffer vom Kreis erhöhten in diesen zwei Minuten auf 25:20. Dass der Fünf-Tore-Vorsprung nicht weniger wurde, dafür sorgte Igor Tchoumak. Mit stoischer Ruhe wehrte der 42-Jährige in Hälfte zwei elf Bälle ab und war damit einer der Matchwinner.

Gregorz hat viel gewechselt

Mit der Ausbeute von 10:6 Punkten hat der Bergische HC somit den schweren Rückrunden-Auftakt abgeschlossen – zwei Zähler besser als zum gleichen Zeitpunkt in der Hinrunde. „Ob wir nach dem Spiel gegen Dormagen noch besser dastehen, hängt davon ab, wie wir die Strapazen der Englischen Woche und die zahlreichen grippalen Infekte wegstecken“, sagte Gregorz. Gegen Kirchzell hatte der BHC-Trainer viel gewechselt, um jeden Spieler so viel möglich zu entlasten.

(RP)