Fußball: Reaktion auf Polizeieinsatz

Fußball : Reaktion auf Polizeieinsatz

Zum zweiten Mal kam es in Kleve zu einem Konflikt zwischen der Polizei und Anhängern des Fußball-Oberligisten Union Solingen. Geschäftsführer Christian Deutzmann steht hinter den Fans.

Auch gestern noch war der Polizeieinsatz in Kleve Thema in Reihen des Solinger Fußball-Oberligisten. Und dies wird auch noch einige Zeit so bleiben. „Ich habe den Einsatz nach dem Schlusspfiff ja hautnah miterlebt. Als unsere von den Beamten eingekesselten Fans zur Bande wollten, um mit den Spielern abzuklatschen, haben die Beamten absolut zu unrecht reingeprügelt und Reizgas versprüht“, erklärt Union-Geschäftsführer Christian Deutzmann. „So was habe ich noch nicht erlebt. Auch die Spieler waren völlig geschockt.“

Dass einige Solinger Fans Strafanzeige gegen die Polizei gestellt haben, ist Deutzmann bekannt. „Wir unterstützen unsere Fans von Vereinsseite, in dem wir die Polizei um eine schriftliche Stellungnahme bitten werden. Uns liegt sehr viel daran, die Dinge aufzuklären, denn unsere Fan-Szene wollen wir uns nicht kaputt machen lassen.“ Im Hinblick auf das heutige Spiel beim Wuppertaler SV/Borussia II hofft Deutzmann, dass die Polizeibeamten „besonnener“ als ihre Kollegen in Kleve vorgehen werden.

Drei gute Spiele – zu wenig Punkte

Zum Sportlichen der heutigen Neuauflage des stets reizvollen Bergischen Lokalderbys. „Lässt man die letzten drei Begegnungen Revue passieren, haben wir drei gute Spiele gemacht – unter dem Strich nur zu wenig Punkte geholt“, erklärt Trainer Harald Becker. So glaubt Becker auch nicht, dass seine Mannschaft durch die unglückliche Niederlage in Kleve einen Knacks erhalten habe, der sie in alte Zeiten zurückfallen lässt. „Die Spieler haben gekämpft, sich nie aufgegeben und einen Druck erzeugt, dass ich dachte: Die sind gedopt.“ Nur leider sei der verdiente Ausgleich nicht mehr gefallen.

„Wir hatten die Chance, vor der Winterpause noch einmal Anschluss zu bekommen, jetzt wird es schwer.“ Becker und Eddy Malura haben sich somit langsam damit abgefunden, auf einem Abstiegsplatz zu überwintern. Trotzdem ist Becker überzeugt, dass sein Team heute gegen den WSV und am 16. Dezember gegen Duisburg noch zwei gute Spiele abliefern wird. Beckers interne Rechnung: Vier Punkte sollen geholt werden. Also heute gegen den WSV zumindest ein Remis, um in der letzten Partie vor der Pause gegen den MSV zu Hause einen Dreier zu landen.

Personelle Umstellungen werde es voraussichtlich nicht geben. Stürmer Richard Osei wird also auch in Wuppertal wieder nur die Rolle des Jokers übernehmen. „Das gefällt ihm natürlich nicht, aber er hat ja die Möglichkeit, sich durch seine Trainingsleistung wieder in die erste Elf zu spielen.“

Fußball-Oberliga: Wuppertaler SV/ Borussia II – Union Solingen (heute, 19 Uhr, Zoostadion).

(RP)
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