Handball: Opdahüh in der Opdaliga

Handball: Opdahüh in der Opdaliga

Der TSV Aufderhöhe gewinnt das Derby beim Solinger TB mit 36:26 und steigt so in die Handball-Oberliga auf.

Mit dem Namen ihres Stadtteils hatten die Handballer und Fans des TSV richtig Spaß: Aus "Aufderhöhe" machten sie im lokalen Platt "Opdahüh", passende Trikots mit "I love Opdahüh" waren auf den Rängen in der Mehrzahl. Und als dann das geschafft war, woran in den vergangenen Wochen niemand mehr ernsthafte Zweifel hatte, der Aufstieg, da entrollten die Verbandsligameister ein Transparent mit dem sogenannten Hashtag "Opdaliga" - sie hatten die Oberliga sozusagen eingeplattet.

Die Sporthalle der August-Dicke-Schule war fest in der Hand des TSV Aufderhöhe, der mit seinen Fans den Aufstieg in die Oberliga bejubelte. Foto: Anja Tinter

Der Spielplan wollte es so, dass der designierte Meister am letzten Spieltag beim Solinger Turnerbund zum Derby antreten musste. Der Saisonverlauf hatte ergeben, dass die Hausherren nur die zweite Partie der Spielzeit beim TuS Wermelskirchen gewinnen konnten und so schon seit Wochen als Absteiger feststanden, während die Aufderhöher 20 Siege in Folge gefeiert hatten und nun nur noch einen Punkt zum Aufstieg benötigten. Sie taten sich allerdings lange schwer - etwa noch beim Ausgleich zum 19:19 durch den besten STB-Akteur, Tobias Nippes in der 34. Minute, doch je länger die Partie dauerte, um so mehr wurde sie eindeutig. Da Fabian Mann im TSV-Tor nach dem Wechsel etliche Paraden zeigte, unter anderem zwei Siebenmeter entschärfte, und seine Vorderleute ihre Chancen dagegen konsequent nutzten, kam am Ende ein 36:26-Sieg für Aufderhöhe heraus.

Gefeiert wurde da bereits: Die Aufstiegs-T-Shirts mit der Aufschrift "#Obdaliga" wurden verteilt, Alexander Jentzsch köpfte schon zwei Minuten vor dem Spielende die erste Sektflasche auf der Bank, mit der Schlusssirene brachen dann alle Dämme: Marcel Nitsche verpasste Trainer Max Ramota die zu Aufstiegsfeierlichkeiten gehörende Bierdusche aus einem überdimensionalen Glas, Sekt und Bier wurden enthemmt durch die Halle gespritzt - die TSVer versprachen aber, sie später gründlich zu reinigen. Im Kreis tanzten und sangen die Spieler, die Fans ließen Konfetti und blaue und weiße Luftballons regnen, Ramota bekam eine Meisterschale mit entsprechendem Aufdruck, Florian Hadamek brüllte sich bei der "Humba" mit den Fans heiser, vor der Halle gab es blauen Rauch - das volle Programm. STB-Abteilungsleiter Lutz Nippes schaute sich das alles ruhig an und schickte Glückwünsche an den Gegner: "Ich gönn' denen das. Ich kenne Max sehr gut, wir kennen uns ja alle gut. Und wir sind zufrieden, wir haben 45 Minuten gut dagegengehalten und hatten eine tolle Kulisse."

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Meistertrainer Max Ramota fand: "Wir haben es noch mal spannend gemacht. Obwohl ich mir eingeredet habe, dass da nichts mehr schiefgehen kann, ist die Anspannung bis zum Ende da. Ich bin jetzt erleichtert und echt stolz auf alle Jungs. Es war das erwartet schwere Spiel vom Kopf her, und wir haben einen schönen Showdown gehabt. Wir müssen das jetzt sacken lassen. Ich bin einfach nur glücklich." Die weitere Planung fasste der Ex-Bundesligaspieler so zusammen: "Wir gehen alle ins Löhdorf, und dann werden wir feiern, bis wir nicht mehr können. Und dann die nächsten Tage weiterfeiern." Passend dazu brüllte Hadamek kurz darauf durch die Halle: "Lasst uns saufen!"

Mirko Bernau quittierte das mit einem milden Lächeln, der Ex-Profi feierte seinen fünften Aufstieg, den ersten mit Aufderhöhe. "Das war zwei Mal in die Zweite und ein Mal in die Erste Liga. Das kann man nicht mit heute vergleichen. Damals waren das Aufstiege in der Profizeit. Hier macht das einfach so viel Spaß, dass ich als alter Sack hier noch mitspielen darf", sagte der 39-Jährige und ergänzte: "Wenn ich hoffentlich wieder mehr trainieren kann, und nicht mehr rumlaufe wie ein Güterzug, dann spiele ich nächstes Jahr auch gerne in der Oberliga mit." Beziehungsweise: in der Opdaliga.

(ame)
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