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Olympische Spiele: Olympia-Eröffnungsfeier ohne Jessica Mager

Olympische Spiele : Olympia-Eröffnungsfeier ohne Jessica Mager

Sie hat sich ihren Traum erfüllt, doch so richtig perfekt ist es in der Realität nicht. Luftgewehrschützin Jessica Mager ist bei den Olympischen Spielen in London dabei und genießt in diesen Tagen jeden Augenblick. Und natürlich ist sie überglücklich. Das Ziel, für das sie viele Jahre hart im Training gearbeitet hat, wurde erreicht. Doch ihr Glück ist nicht vollkommen.

"Ich werde nicht beim Einmarsch der Nationen und nicht bei der Eröffnungsfeier dabei sein. Ich habe mich erkundigt. Alles wird geprobt, und das dauert mit der Eröffnungsfeier dann mehrere Stunden. Das geht in die Beine", erläutert Mager. Und schon wenige Stunden später wird sie frische, ausgeruhte Beine im Wettkampf brauchen. Mager ist neben Beate Gauß (Ammerbruch) als zweite deutsche Medaillen-Hoffnung direkt am ersten Wettkampftag der Spiele in der ersten olympischen Entscheidung ab 8.15 Uhr Ortszeit dran.

Dann muss sie ihre Trainingsergebnisse im Wettkampf umsetzen. "Jessica hat zuletzt immer 399 oder 400 von 400 möglichen Ringen geschossen", erläutert ihr Düsseldorfer Schießtrainer Manfred Welbers. Seit acht Jahren trainiert die Solingerin bei ihm. Er führte sie in die Weltklasse. Die drei goldenen Medaillen von Junioren-Europameisterschaften, die Mannschaftswelt- und Europameistertitel sowie EM-Bronze beweisen ihre sportliche Qualität.

Seit Dienstag weilt Jessica Mager in London: Die 23-Jährige wohnt im olympischen Dorf, trainiert auf dem Schießstand der Royal Artillery Barracks, gewöhnt sich an alles und holt die letzten Infos ein. Und allmählich steigt die Nervosität. "Ich versuche so gut wie möglich, mir keinen Druck zu machen. Aber ganz kann man es nicht ausschalten. Und ich versuche, ruhig zu bleiben und alle Erwartungen auszublenden. Aber ich freue mich darauf", sagt Mager.

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Ihre olympischen Freizeitaktivitäten hat sie schon geplant. "Außer den anderen Schützen und Düsseldorfer Olympia-Teilnehmern kenne ich noch niemanden aus der deutschen Mannschaft. Ich werde mich auf jeden Fall an die Turner ranschmeißen", erläutert die Medaillenhoffnung. Sie schwärmt für Fabian Hambüchen und für Philipp Boy. Und wenn alles gutgeht, ist sie nach ihrem Wettkampf als Medaillengewinnerin sogar Vorbild für das restliche deutsche Team.

Dafür hat sie bis zum 5. August Zeit, denn dann geht es für die Groß- und Außenhandelskauffrau wieder zurück in die Heimat. Klar, dass sie da auch die Olympia-Abschlussfeier (12. August) verpasst. Aber, wenn das alles ist, was bei ihrer ersten Olympiateilnahme nicht rund läuft, kann sie es verschmerzen.

Finale live im ZDF

Die erste Entscheidung der Olympischen Spiele wird am Samstagmittag ab 11.55 Uhr live im ZDF übertragen. "Ich gebe mein Bestes, dass ich dann auch dabei bin", sagt die Olympia-Debütantin. Vorher aber muss Jessica Mager aber noch in der Qualifikation mit 40 Schüssen mindestens 399 Ringe erzielen, um sich den Traum von der Finalteilnahme zu erfüllen.

(RP/ac)