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Baseball: Offensive Gala-Vorstellung

Baseball : Offensive Gala-Vorstellung

Leichtes Spiel hatten die Solingen Alligators mit den Dohren Wild Farmers. Jeweils vorzeitig im siebten Inning standen die 14:2- und 10:0-Siege des dominanten Baseball-Bundesligisten fest.

Eine Fehlentscheidung der Schiedsrichter wird in der Regel gelassener hingenommen, wenn das betroffene Team schon deutlich führt. Die Solingen Alligators steuerten gegen die Dohren Wild Farmers im vierten Inning des zweiten Spiels bei einer 4:0-Führung sicher ihrem zweiten Sieg des Tages entgegen, als sich der Umpire den Unmut zuzog. Dustin Hughes hatte einen Ball von Jeff Rustico gefangen und diesen direkt zu Robin Drache an die erste Base weitergeleitet. Zur Überraschung aller durfte der US-Amerikaner im Spiel bleiben – obwohl der Ball in Draches Handschuh gefangen war, bevor Rustico die Base mit dem Fuß berührt hatte.

Gekostet hat es Shelby Robertson das sogenannte "Perfect Game", in dem der Werfer keinen gegnerischen Akteur auf Base gelangen lässt. Der Alligators-Pitcher bot gegen den Tabellenvorletzten der Baseball-Bundesliga Nord eine ausgezeichnete Vorstellung. Bis Robertson nach seinem 55. Wurf im sechsten Inning auf dem Mound Platz machte für Jens Cornelson, hatte er neun Strike-Outs verzeichnet. "Ohne die Entscheidung der Schiedsrichter hätte ich wohl keine andere Wahl gehabt, als Shelby bis zum Schluss werfen zu lassen", sagte ein gut gelaunter Norman Eberhardt. Genauso sicher wie sein Teamkollege agierte Cornelson und brachte die Partie bei seinem Kurzauftritt im siebten Abschnitt vorzeitig zu Ende. Wie schon in der ersten Partie (14:2), bei der Pitcher André Hughes die Dohrener Schlagleute dominiert hatte, griff bei der 10:0-Führung abermals die "Ten-Run-Rule".

Mat Keplinger verzweifelte

Auf der anderen Seite waren die Pitcher nicht zu beneiden. Jannis Wedemeyer im ersten sowie Mat Keplinger im zweiten Duell wurden von jeweils von Beginn an unter Druck gesetzt, dass sie gar nicht wussten, wie sie die Bälle am besten werfen sollten. Keplinger, der noch in der Vorwoche als einer besten Pitcher der Liga die Paderborn Untouchables zur Verzweiflung gebracht hatte, verzweifelte am Weyersberg selbst. Der US-Amerikaner hatte zwischenzeitlich derartige Kontrollprobleme, dass er Robin Drache voll am Körper erwischte. Mit dem damit verbundenen Walk waren nun alle drei Bases besetzt. Diese Chance ließ sich Travis Bass nicht entgehen. Mit einem weiten Schlag nah an den Außenzaun holte er Florian Götze, Julian Steinberg und Robin Drache zur 7:0-Führung nach Hause, um selbst auf die dritte Platte durchzustarten. Dominik Wulf legte einen mächtigen Schwung nach, so dass auch Travis Bass punktete. Sein Zwei-Punkte-Homerun zum 10:0-Endstand rundete die offensive Gala-Vorstellung der Solinger ab.

Der gewohnt kritische Norman Eberhardt zeigte sich "fast schon begeistert". Sein Team habe durch die Bank richtig gut geschlagen. "Es war nicht die Schwäche von Mat Keplinger, sondern unsere Stärke."

(RP)