Baseball : Offensiv überrumpelt

Nach den knappen Partien gegen Schlusslicht Bonn waren die Alligators vor den ebenfalls wenig erfolgreichen Pulheim Gophers gewarnt gewesen. Weil die Solinger Baseballer die Duelle nicht zu locker angegangen waren, gewann der Bundesligist trotz einiger Schwächen deutlich.

Jens Cornelsen erwischte auf dem Wurfhügel nicht den besten Start. So gerieten die Solingen Alligators in der ersten Partie gegen die Pulheim Gophers in Probleme. Der Spitzenreiter der Baseball-Bundesliga Nord lief deshalb bereits früh einem 1:5-Rückstand hinterher. Doch obwohl zunächst wirklich alles schief lief für Jens Cornelsen und der Werfer sich sogar einen Feldspielfehler erlaubte, fing er sich wenig später. Sechs Durchgänge hielt der Pitcher durch. Weitere Punkte kassierte er nicht mehr.

Die Begegnung war zu diesem Zeitpunkt entscheiden. Denn offensiv war gegen die Alligators in Pulheim kein Kraut gewachsen. Vom 1:5-Rückstand unbeeindruckt hatten die Solinger die Gophers offensiv überrumpelt. Dominik Wulf verbuchte seine Saison-Homeruns Nummer fünf und sechs, Robin Drache schlug den Ball ebenfalls über den Zaun im linken Außenfeld. Stark präsentierte sich auch Julian Steinberg mit insgesamt drei Treffern.

Beruhigt konnte Cornelsen also mit einer 16:5-Führung den Mound verlassen und den Ball an Sebastian Bernards abgeben. Der junge Werfer jedoch wurde hart geschlagen und kassierte schnell drei Punkte. Robin Drache brachte die Partie schließlich souverän für die Alligators zu Ende, während Pitcher-Kollege Thomas Rubis bei der deutlichen Führung sogar an den Schlag durfte. Der Werfer schaffte tatsächlich den Treffer – seinen ersten im Dress der Alligators.

Eintönige zweite Begegnung

Ein wenig eintönig wurde es in der zweiten Begegnung des Nachmittags schon. Mit Enorbel Marquez Ramirez auf dem Mound muss sich Alligators-Coach Andy Fleischacker eigentlich keine Sorgen machen. Das war in Pulheim nicht anders. Der geborene Kubaner lieferte sich in den ersten drei Durchgängen ein Pitcher-Duell gegen Jospeh Overby, erhielt im vierten Inning aber offensive Unterstützung. Ein weiter Schlag von Florian Götze beendete schließlich Overbys Arbeitstag. Locker und leicht waren die Alligators durch viele Treffer von Ernie Nsien, Dustin Hughes und Chris Beck in Führung gegangen.

Im siebten Abschnitt wurde es jedoch noch einmal kurzzeitig interessant. Carlos Mendez, der für Marquez Ramirez eingewechselt worden war, hatte erneut große Probleme bei der Kontrolle seiner Würfe. Drei Läufer ließ der Werfer dadurch per Freilauf auf Base. Danach hatte Fleischacker genug gesehen. Für Mendez kam erneut Sebastian Bernards, der seinen wenig überzeugenden Auftritt des ersten Spiels mit drei starken Abschnitten wieder gut machte und sogar die Situation der geladenen Bases, die Mendez hinterlassen hatte, gekonnt löste.

"Gepitcht haben wir nicht immer überragend. Gegen Top-Gegner wie Paderborn müssen wir den Ball mit Sicherheit besser werfen", meint Andy Fleischacker. "Aber offensiv bin ich natürlich sehr zufrieden – und auch defensiv, in Anbetracht der Tatsache, dass der Platz in Pulheim wirklich nicht leicht zu spielen ist."

(RP)