Fußball : Nur ein Tor fehlte

Im Bergischen Derby gegen den Wuppertaler SV/Borussia II erkämpfte sich Fußball-Oberligist Union Solingen gestern im Zoostadion ein torloses Unentschieden. Doch auch ein Sieg wäre möglich gewesen.

Nein, erklärte Trainer Harald Becker nach dem Schlusspfiff von Schiedsrichter Christian Erbs aus Neuss, unzufrieden sei er wahrlich nicht mit dem Unentschieden. „Es hätte sich aber auch kein Wuppertaler beschweren können, hätten wir hier einen Sieg gelandet. Die Chancen waren ja da. Hier war heute mehr drin.“ Allerdings hatten auch die Gastgeber einige Möglichkeiten gehabt, die größte in der 75. Minute, als Miguel Lopez-Tores auf und davon in den Solinger Strafraum zog. Der Stürmer umspielte Torhüter Tim Nixdorff und passte anschließend zu dem völlig frei am Fünfmeterraum mitgelaufenen Richmar Siberie – doch der brachte zum Glück der Gäste das Kunststück fertig, den Ball aus kurzer Distanz über den Querbalken zu befördern.

Eine Wuppertaler Führung hätte den Spielverlauf aber auch völlig auf den Kopf gestellt, denn zwar kam die Union auf der Großbaustelle Zoostadion erst zum Ende der ersten Halbzeit so richtig ins Spiel, dafür gehörten die zweiten 45 Minuten aber fast ausschließlich den Solingern.

Die erste, aber auch einzige Möglichkeit der Union im ersten Abschnitt erlebten die Zuschauer spät. Michele Fasanelli hatte auf der rechten Seite ein tolles Solo hingelegt, in den Lauf von Michael Kyei gepasst und der butterweich zu dem völlig frei stehenden Berkan Yilderim (41.) geflankt. Doch der wollte es zu schön machen, versuchte eine Direktabnahme – und der Ball wurde zur harmlosen Kerze. Eine klare Einschussmöglichkeit hatte aber auch der WSV. Allerdings bügelte Tim Nixdorff den Patzer von Sven Köppen gegen Andreas Gensler mit guter Reaktion wieder aus.

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Union bestimmte das Geschehen

Nach dem Wechsel kontrollierten die Solinger dann die Partie. Und nun begann die Mannschaft von Harald Becker und Eddy Malura sogar Fußball zu spielen. Meist liefen die Angriffe über die rechte Seite, wo Fasanelli groß aufdrehte und Kyei nur noch durch Fouls zu stoppen war. In der 60. Minute passte Kyei auf Erkan Ari, der ließ seinen Gegenspieler aussteigen, doch mit dem Kopf verhinderte WSV-Torhüter Manuel Lenz die Führung der Union. Dies war die größte Möglichkeit der Gäste zu einem Auswärts-Dreier. „Wir haben jetzt vier gute Spiele in Folge gemacht, dreimal nicht verloren“, lobte Becker besonders die erneut vorbildliche kämpferische Einstellung seiner Mannschaft. „Jetzt holen wir im letzten Heimspiel gegen den MSV Duisburg einen Sieg, und sind wieder drin im Rennen.“

(RP)
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