Schach : Novum in der Bundesliga

Zum Saisonauftakt bestreiten alle 16 Schach-Erstligisten ihre ersten drei Begegnungen zentral an einem Ort. In Mülheim / Ruhr warten auf die SG Solingen mit Remagen, Eppingen und Hockheim schwere Aufgaben.

Eine Mammutveranstaltung der besonderen Art ist der Saisonstart in der Schach-Bundesliga. Anlässlich seines 80-jährigen Vereinsjubiläums hält der SV Mülheim-Nord eine Zentralveranstaltung ab, bei der zum ersten Mal alle 16 Erstligisten gleichzeitig an einem Spielort an die Bretter gehen werden. Gespielt wird am Freitag ab 16 Uhr, am Samstag ab 14 Uhr und am Sonntag ab 10 Uhr in der RWE-Halle.

Der gastgebende Verein möchte mit dieser riesigen Veranstaltung nicht nur groß feiern, sondern bei freiem Eintritt auch Werbung für den Schachsport betreiben. Jeder Zuschauer kann neben dem Verfolgen der Partien auch im Rahmenprogramm aktiv an etlichen Turnieren teilnehmen. Den Höhepunkt der begleitenden Anreize des exklusiven Schach-Events dürfte die Simultanveranstaltung am Samstagnachmittag mit dem 80-jährigen Haudegen und Weltklasse-Großmeister Viktor Kortschnoi bilden.

Remagen mit Iwantschuk ?

Und wie sehen die Aussichten an den drei Bundesliga-Tagen für die SG Solingen aus ? Gegen den SC Remagen hat die Riege aus der Klingenstadt bis dato immer klar gewonnen. Allerdings trat der Widersacher stets ohne seine besten Großmeister an. Sollten die Rheinländer aber von der ungewöhnlichen Atmosphäre angespornt sein und mit dem Weltklasse-Großmeister Vassily Iwantschuk am Spitzenbrett und den übrigen gemeldeten Großmeister antreten, dürfte dem Deutschen Rekordmeister am morgigen Freitag – ebenso wie am Samstag gegen den SC Eppingen – eine schwere Partie bevorstehen.

Auch der SV Hockenheim ist nicht zu unterschätzen. Der Aufsteiger hat stark aufgerüstet. Immerhin könnte am Sonntag Ex-Weltmeister Anatoli Karpow am Spitzenbrett auftauchen. Außerdem wird es wohl ein Wiedersehen mit Rainer Buhmann geben, der einige Jahre recht erfolgreich für die SG auf Punktejagd gegangen war.

Im Solinger Kader sind die Top Acht unverändert geblieben. Sollten Ragger, Chandipan und Co. oder ein vergleichbar starkes Oktett an die Bretter gehen, dürften trotz der schweren Aufgaben drei Siege erzielbar sein. Eine weiße Weste nach der Zentralveranstaltung in Mülheim wäre für die bergischen Schach-Asse psychologisch wichtig. Denn in vier Wochen wartet vor heimischer Kulisse mit der OSG Baden-Baden der Top-Favorit und Abonnement-Meister der letzten fünf Jahre.

(ay)