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Badminton: Nicht vorhandene Chance genutzt

Badminton : Nicht vorhandene Chance genutzt

Einen Tag nach dem enttäuschenden Remis beim Schlusslicht BC Hövelhof machte der STC Blau-Weiß Solingen den Punktverlust wieder wett. Nach dem 5:3-Erfolg gegen den FC Langenfeld II überwintert der Regionalligist zumindest nicht auf einem Abstiegsplatz.

Raoul Melzner hatte eigentlich gar nicht oder nur im Doppel spielen wollen. Ausgerechnet am wichtigen Doppelspieltag in der Badminton-Regionalliga hatte den Spitzenspieler des STC Blau-Weiß Solingen eine Grippe heimgesucht, die es eigentlich unmöglich machte, die beste Leistung abzuliefern. "Wenn ich im Herren-Einzel nicht gespielt hätte, dann hätten alle anderen hochrücken müssen — dann wäre an einen Erfolg kaum zu denken gewesen", sagt Raoul Melzner.

Ein gesunder Raoul Melzner hätte in Hövelhof vielleicht für den entscheidenden fünften Punkt gesorgt. Das Doppel hatte der Solinger mit Christian Sonnenberg erfolgreich hinter sich gebracht, als er im Einzel mit der für ihn ungewohnten Taktik des "So schnell wie möglich einen Punkt machens" zum Erfolg kommen wollte. Weil die Kondition und damit die Konzentration fehlte, verlor Melzner gegen Kai Schiermeyer in drei Sätzen (21:14, 18:21, 20:22) — ebenso wie Marcus Barsch und Sabrina Wessel das Mixed sowie Ingo Hetzel sein Einzel. Der im Kampf um den Klassenerhalt fest eingeplante Sieg beim Schlusslicht war nach einer weiteren Niederlage von Marcus Barsch und André Bartko aus den Händen gegeben.

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So überraschend der STC Blau-Weiß in Hövel beim 4:4 einen Zähler abgegeben hatte, so überraschend sicherte er sich beide Punkte im Derby gegen den FC Langenfeld II. In der Humboldthalle war nur die Lüftung zu hören, als das Damen-Doppel zwischen Dimitria Popstoykova und Sabrina Wessel gegen Fabienne Deprez und Aileen Rößler in die entscheidende Phase des dritten Satzes ging. Christian Sonnenberg und sein Langenfelder Kontrahent Johannes Bilo wollten sich eigentlich einspielen, schauten stattdessen aber nur gespannt zu, wie die Führung nach dem 15:15 ständig wechselte.

Weil die Langenfelderinnen beim zweiten Matchball des Blau-Weißen Duos zu passiv agierten, gelang Sabrina Wessel mit einer gefühlvoll diagonal gespielten Rückhand der Punkt zum 22:20 und somit zum 2:2-Ausgleich. Ingo Hetzel hatte zuvor sein Einzel verloren, Marcus Barsch und André Bertko waren im Gegensatz zu Christian Sonnenberg in ihrem Doppel unterlegen gewesen.

Melzners konditionelle Vorteile

"Eigentlich hätte ich gegen Andreas Wölk nie eine Chance, aber die habe ich genutzt", sagt Raoul Melzner, der sich einen Tag nach dem Spiel in Hövelhof immerhin etwas besser fühlte. Den anfänglichen Respekt vor dem Bundesliga-Spieler hatte der Solinger nach einem frühen Rückstand abgelegt. Punkt für Punkt holte Melzner nach dem 13:19 auf, um den ersten Satz trotzdem mit 19:21 zu verlieren. Danach nahm er Andreas Wölk nicht nur Abschnitt zwei mit 21:19 ab, sondern spielte im entscheidenden Durchgang seine konditionelle Überlegenheit aus, die er aufgrund seiner Grippe eigentlich gar nicht hätte haben dürfen. Melzner hatte eine plausible Erklärung parat: "Mehrere Wochen ohne Training gehen auch an einem Spitzenmann wie Andreas Wölk nicht spurlos vorbei". Der Langenfelder steht er erst seit kurzem wieder im Training, nachdem er von einer mehrmonatigen Weltreise zurückgekehrt war.

Da sich parallel auch Christian Sonnenberg in einem Krimi gegen Johannes Bilo durchsetzte, war alles bereitet für die Überraschung. André Bertko und Sabrina Wessel stellten im Mixed den 5:3-Erfolg sicher, mit dem der STC Blau-Weiß nicht auf einem Abstiegsplatz überwintern muss.

(RP)