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Eishockey: Neues Duo peilt die Eishockey-Oberliga an

Eishockey : Neues Duo peilt die Eishockey-Oberliga an

Horst Winkelsträter und Veit Spauszus wollen den EC Bergisch Land als Sportliche Leitung nach vorn bringen.

Gerade einmal 11 000 Euro beträgt der Jahresetat für die erste Mannschaft beim EC Bergisch Land. "Das ist schon eine verschwindend geringe Summe für das Level", erläutert Veit Spauszus. "Davon können wir den Spielern nicht einmal ihre Ausrüstung stellen - was in den meisten Vereinen völlig normal ist." Dieses und andere Mankos sollen bald der Vergangenheit angehören. Denn Ex-Spieler Spauszus hat gemeinsam mit Horst Winkelsträter die Sportliche Leitung beim Eishockey-Regionalligisten übernommen. Das Duo möchte die Attraktivität erhöhen, in Solingen zu spielen und damit freilich gleichzeitig die Qualität verbessern.

Im Nachwuchs wird beim ECBL seit Jahren engagiert und erfolgreich gearbeitet. Allerdings ist es kein Geheimnis, dass sich die Jugendabteilung nicht sonderlich für die erste Mannschaft interessiert hat. "Die Erste ist stiefmütterlich behandelt worden", bestätigt Olaf Serfling, der beim ECBL sowohl die Männer- als auch Schülermannschaft trainiert. "Es muss sich etwas ändern. Das Regionalliga-Team muss Aushängeschild werden und damit attraktiv für den Nachwuchs sein. Sie bietet Ziele." Genau deshalb hat der Verein um seinen Vorsitzenden Thomas Pöter die Leitung des Spitzenteams nun in die Hände von Winkelsträter als Organisationstalent und Spauszus als Experte im kaufmännischen Bereich gegeben. Im Hintergrund kümmert sich Frauke Rautenberg um das Marketing. "Der Verein ist froh, dass er jemanden gefunden hat, der sich der Aufgabe annimmt, die Strukturen im Spielbetrieb der Männer zu verbessern", meint Rautenberg.

Die Arbeit für die kommende Saison läuft bereits auf Hochtouren. So ist die Vorbereitung schon organisiert. Angekündigt war es häufiger, doch diesmal will der ECBL im Sommer trainieren. "Ein insgesamt 17-wöchiges Konzept wurde ausgearbeitet", sagt Winkelsträter.

Ex-Trainer Florian Dressler wird mit der Mannschaft ein Mal in der Woche in seinem Fitnessstudio an der Athletik feilen. Ein neuer Coach arbeitet in einer zweiten Einheit vor allem im konditionellen Bereich. Dabei wird es sich im Übrigen nicht um Serfling handeln, der die Truppe in dieser Spielzeit spontan aufgrund des plötzlichen Ausstiegs von Igor Alexandrov übernommen hatte. "Es gab schon diesmal sieben Überschneidungen mit Partien der Schüler. Das wird einfach zu viel", sagt Rautenberg. "Aber wir haben bereits einen neuen Kandidaten im Auge", betont Winkelsträter. Vollzug will der Klub schon bald melden.

Das Gleiche gilt für neue Spieler. Mit dem zuletzt inaktiven Matthias Wodrich hat sich der Verein schon geeinigt. Weitere Akteure sollen kurz vor einer Einigung stehen. "Ziel ist es, vier starke Reihen aufzubieten", stellt Winkelsträter klar. "Wir wollen eine feste Größe in der Regionalliga werden." Die Voraussetzungen dazu sind sportlich vorhanden. Die erste Mannschaft verfügt über zwei gute Reihen, deren Zusammenhalt trotz der wenig überzeugenden Rahmenbedingungen enorm sei.

"Wir müssen unbedingt in der kommenden Saison zumindest die Ausrüstung stellen", sagt Veit Spauszus. "Dazu brauchen wir natürlich einen höheren Etat, also Sponsoren." Innerhalb von fünf Jahren möchte der ECBL eine nachhaltig bessere Situation herbeigeführt haben. Danach dürfen die Träume von der attraktiven Oberliga beginnen. "Wobei dort ein Etat von etwa 80 000 Euro benötigt wird." Ein langer Weg also.

Unbedingt möchte die neue Sportliche Leitung auch das Verhältnis zum Jugendbereich verbessern. "Wir müssen wieder zeigen, dass wir ein Verein sind", sagt Winkelsträter. "Ich denke dabei zum Beispiel daran, dass Spieler der Ersten als Gäste am Nachwuchstraining teilnehmen." Das führe zu größerer Identifikation. Spauszus fügt an: "Als Jugendspieler war ich immer bei den Spielen der Ersten. Das findet hier bisher noch gar nicht statt."

(trd)